Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 19.04.2019


Osttirol

Neuer Drauradweg in Osttirol wird sicherer

Die Unwetter im Herbst haben Teile des beliebten Drauradweges weggerissen. Nach ersten Reparaturen ist die neue Route, die auf der anderen Flussseite liegt, ab Ende Mai befahrbar. Die neue Trasse liegt höher.

Der einstige Radweg rechts der Drau existiert in manchen Abschnitten nicht mehr. Eine neue Route (im Bild ganz links) wird errichtet.

© OblasserDer einstige Radweg rechts der Drau existiert in manchen Abschnitten nicht mehr. Eine neue Route (im Bild ganz links) wird errichtet.



Von Catharina Oblasser

Assling, Anras – Der Radweg an der Drau vom Südtiroler Innichen bis nach Lienz hat sich über die Jahre zu einem wahren Touristenmagneten entwickelt. In der Sommersaison radeln Gäste – hauptsächlich aus Italien – in Massen den Fluss entlang. Als die verheerenden Unwetter letzten Oktober den Radweg zerstörten, war rasches Handeln gefragt.

Die Mühe hat sich gelohnt: Mit Christi Himmelfahrt (30. Mai) soll der Weg wieder befahrbar sein, wenn auch mit kleinen Einschränkungen. Den aktuellen Stand der Reparaturarbeiten präsentierten am Donnerstag Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler, Markus Federspiel von der Abteilung Wasserwirtschaft des Landes sowie Harald Haider und Walter Hopfgartner vom Baubezirksamt Lienz. Bei Mittewald wird gerade mit Hochdruck am neuen Abschnitt des Weges gearbeitet, der nun auf der linken Seite (flussabwärts gesehen) der Drau verläuft. Die ursprüngliche Strecke auf der rechten Seite wurde durch die Unwetter zerstört und soll auch nicht wieder hergerichtet werden.

Der neue Abschnitt ist etwas mehr als vier Kilometer lang und reicht von Mittewald bis nach Thal (Gemeind­e Assling). Heuer leiten zwei Behelfsbrücken den Radlerstrom über die Drau und zurück, ab 2020 soll es richtige Brücken geben, bei Mittewald und am Beginn des Gewerbe­gebiets in Thal. Bis dahin wird der neue Abschnitt auf der anderen Drauseite auch asphaltiert sein.

Im Detail

Provisorium. Heuer verläuft der Drauradweg auf der neuen Route, ist aber noch nicht asphaltiert. Die Radler benützen zwei Behelfsbrücken am Margarethenbach in Anras und beim Larsenwehr in Thal. Radweg neu. Ab der Radsaison 2020 gibt es durchgehend eine Asphaltdecke und drei neue Brücken: die Radwegbrücke Mittewald, die neue Margarethenbrücke und eine Geh- und Radwegbrücke am Beginn des Thaler Gewerbegebiets.

Die neue Streckenführung hat einen großen Vorteil, erklärt Harald Haider: „Sie ist wesentlich sicherer, da der neue Abschnitt links der Drau um etwa einen Meter höher liegt als der alte.“ So werde die Trasse bei Hochwasser nicht so leicht überflutet.

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„Die Kosten für die Wiederherstellung des Radwegs betragen mehr als zwei Millionen Euro“, führt LHStv. Josef Geisler aus. Neben dem Katastrophenfonds wird auch der Geldtopf der Radwege-Offensive des Landes angezapft.

Walter Hopfgartner hebt die Bereitschaft der Grundeigentümer hervor, die die Errichtung des neuen Abschnitts erst möglich machten. „Wir mussten 14 Hektar Grund erwerben, von Privaten, einer Agrargemeinschaft, der Kirch­e und der Gemeind­e Assling. Alle sind uns sehr entgegengekommen.“

Die Unwetter vom Herbst 2018 haben an der Drau nicht nur den Radweg verwüstet, sagt Markus Federspiel. „Der Fluss hat sich teilweise ein neues Bett gesucht, es gab Hangabrisse und Eintiefungen. All das zu reparieren dauert zwei bis drei Jahre.“

Walter Hopfgartner (l.) und Harald Haider (r.) vom Baubezirksamt Lienz, Markus Federspiel (Abteilung Wasserwirtschaft) und LHStv. Josef Geisler (2. v. r.) auf Baustellenbesuch an der Drau.
Walter Hopfgartner (l.) und Harald Haider (r.) vom Baubezirksamt Lienz, Markus Federspiel (Abteilung Wasserwirtschaft) und LHStv. Josef Geisler (2. v. r.) auf Baustellenbesuch an der Drau.
- Land Tirol/Entstrasser Müller