Letztes Update am Do, 23.05.2019 13:38

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Felssturz/Steinschlag

Venter Straße noch zwei Wochen gesperrt, Kühtai Straße bis Sonntag

Felsstürze und andauernde Steinschlaggefahr sorgen derzeit für Sperren der Venter und Kühtaier Straße. Rund 100 Einwohner sind in der zu Sölden gehörenden Ortschaft Vent von der Außenwelt abgeschnitten. Das soll noch zwei Wochen so bleiben, bis es eine temporäre Öffnung gibt.

Als Sofortmaßnahme werden absturzgefährdete Felsbereiche entfernt.

© Land TirolAls Sofortmaßnahme werden absturzgefährdete Felsbereiche entfernt.



Sölden – Nach einem Felssturz am Montag muss die Venter Straße (L240) zwischen Vent und Zwieselstein voraussichtlich auch noch die nächsten zwei Wochen gesperrt bleiben. Grund seien Abräumarbeiten, zu denen auch die Sprengung eines Felsstücks gehöre, wie das Land Tirol am Abend via Aussendung mitteilte. Eine örtliche Umfahrungsmöglichkeit gibt es demnach nicht.

„Wir haben bei unserem Erkundungsflug im Nahbereich der Ausbruchstelle einen weiteren Bereich festgestellt, aus dem größere Felsblöcke abstürzen könnten. Daher werden jetzt durch eine Fachfirma die absturzgefährdeten Felsbereiche entfernt. Für diese Arbeiten müssen auch Sprengungen durchgeführt werden“, erklärt Thomas Figl.

Die Möglichkeit weiterer Felsblockabstürze erfordert eine umfangreiche Expertise bis zur Umsetzung dauerhafter Schutzmaßnahmen.
Die Möglichkeit weiterer Felsblockabstürze erfordert eine umfangreiche Expertise bis zur Umsetzung dauerhafter Schutzmaßnahmen.
- Land Tirol

Versorgung der Einwohner gesichert

Erst nach Abschluss dieser Maßnahmen soll die Venter Straße drei Mal täglich für zirka 30 bis 45 Minuten geöffnet werden. Parallel dazu wird ein Steinschlag-Schutzdamm errichtet. Erst wenn dieser fertig ist, kann die Straße wieder komplett freigegeben werden.

Derzeit befinden sich nach Angaben des Landes knapp 70 Bewohner in Vent, darunter keine Gäste. Versorgungsflüge können bei Bedarf jederzeit über die Landeswarnzentrale des Landes Tirol angefordert und abgewickelt werden. „Als Tourismusort ist Vent im Winter für etwa 300 Personen ausgelegt, die Speicher der Gastbetriebe und Hotels sind nach wie vor gefüllt“, hieß es in einer Aussendung am Donnerstag. Eine ärztliche Versorgung wird über die Leitstelle Tirol mittels Notarzthubschrauber gewährleistet, wenn ein Arzt benötigt wird.

Weitere Ausbrüche im Kühtai möglich

Auch die Kühtai Straße (L237) ist nach einem Steinschlag seit Dienstag nicht mehr passierbar. Der Weg bleibt noch bis mindestens Sonntag gesperrt. Eine Umleitung über Ochsengarten/Haimingerberg ist eingerichtet, wie das Land mitteilte.

Nach einem Erkundungsflug am Mittwochnachmittag hat die Landesgeologie festgestellt, dass Felsmaterial über die Landesstraße und bis ins nahegelegene Bachbett abgestürzt ist: „Der Ausbruch erfolgte im Bereich einer Blockhalde. Weitere Ausbrüche können nicht ausgeschlossen werden. Eine Spezialfirma beginnt am Donnerstag, mit den Abräum- und Sicherungsarbeiten, die voraussichtlich mehrere Tage in Anspruch nehmen. Es müssen der Ausbruchsbereich und die Sturzbahn beräumt und allfällig absturzgefährdete Steine oder Blöcke entfernt werden. Erst nach Beendigung dieser Sicherungsarbeiten kann die Kühtai Straße wieder für den Verkehr freigegeben werden“, erklärten die Landesgeologen Petra Nittel-Gärtner und Werner Thöhny. (TT.com)

Felsbrocken sind durch ein Waldgebiet über die Kühtai Straße bis zum Bachbett abgestürzt.
Felsbrocken sind durch ein Waldgebiet über die Kühtai Straße bis zum Bachbett abgestürzt.
- Waldaufsicht/Gabl