Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 24.05.2019


Exklusiv

Erste E-Scooter-Flotte kommt nächste Woche auf Innsbruck zu

Schon am Dienstag könnte der erste Anbieter beginnen. Die Stadt will den Betreibern eine „faire Chance“ geben – aber auch genau draufschauen.

Der Verleih von Elektro-Rollern boomt in vielen europäischen Städten. Jetzt startet der erste Anbieter auch in Innsbruck.

© Thomas Boehm / TTDer Verleih von Elektro-Rollern boomt in vielen europäischen Städten. Jetzt startet der erste Anbieter auch in Innsbruck.



Von Marco Witting

Innsbruck – Es hat ein wenig länger gedauert als etwa in Wien oder Linz. Doch jetzt geht es ganz schnell. Am Mittwoch hat der erste E-Scooter-Verleiher in Innsbruck den Akkreditierungskatalog (so etwas wie die Spielregeln) der Stadt unterschrieben. Schon kommende Woche will der Betreiber starten. Als Erstes rollt das Unternehmen „Tier Mobility“ in Tirol an – der Betreiber ist auch schon in Linz und Wien tätig.

Allzu viele spezifische Details wollte das Unternehmen mit Verweis auf eine Pressekonferenz am kommenden Dienstag noch nicht nennen. Sprecher Daniel Fusch-Baue­r bestätigt aber die Unterschrift und dass man „kommende Woche“ mit rund 100 Scooter­n starten will. Dies sei so etwas wie eine „Testflotte“. Insgesamt werden in Innsbruck von Tier Mobility dann 150 Fahrzeuge eingesetzt. Zu den Konditionen, wie sie auch in Wien oder Linz bereits angewendet werden.

In Betrieb genommen werden die jeden Tag neu verteilten Roller via App, zur Registrierung ist dann eine Kreditkarte notwendig. Leiht man einen E-Scooter aus, bezahlt man eine Grundgebühr von einem Euro, für jede weitere Minute fallen 15 Cent an. Die Roller stehen an Stationen bereit, die in der App ersichtlich sind, abgestellt werden können sie überall im Geschäftsgebiet – und werden dann abends wieder eingesammelt.

Es ist zu erwarten, dass jetzt weitere Anbieter nach Innsbruck drängen werden. Die Konkurrenz am Markt ist derzeit durchaus groß. In der Stadt sollen dem Vernehmen nach bis zu sechs Anbieter zumindest angefragt haben, unter welchen Spielregeln man denn starten dürfte. In Linz sind es innerhalb von zweieinhalb Monaten sechs Anbieter geworden. Dabei hat Verkehrsstadträtin Uschi Schwarzl frühzeitig reagiert und will dem nicht unumstrittenen Modell eine „faire Chanc­e“ geben. Schwarzl sagt: „Wir sehen in dieser neuen Technologie Chancen und Risiken. Wenn der Betrieb sicher und ordentlich abläuft bzw. sich die Betreiber an die ausgearbeiteten Spielregeln halten und viele Menschen vom Aut­o auf einen Scooter umsteigen, dann ist das gut für die Stadt und die Lebensqualität der Bürger.“ Daher habe man Regeln wie Geschwindigkeitsbegrenzung (18 km/h), Abstellverbotszonen und Langsamfahrzonen ausgearbeitet – die TT berichtete. Aber die Verkehrsstadträtin sagt auch: „Bei groben Verstößen gegen das Vereinbarte müssten wir über eine ortspolizeiliche Verordnung nachdenken.“ Ab 1. Juni gilt der neue §88b in der Straßenverkehrsordnung in Österreich. Er enthält nicht nur ein grundsätzliches Verbot, Gehsteige, Gehwege und Schutzwege mit einem elektrisch betriebenen Klein- und Miniroller zu benutzen, sondern verpflichtet Lenker auch dazu, alle für Radfahrer geltenden Verhaltensvorschriften zu beachten.