Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 25.05.2019


Innsbruck

Parkstraße auf der Hungerburg verursacht Freud und Leid

Seit der Einführung der Parkzone verteilte die MÜG knapp 100 Straf­zettel. Die Nordkettenbahnen erwarten eine Zuspitzung am Wochenende.

Seit drei Wochen ist die Hungerburg gebührenpflichtige Zone. Die Nordkettenbahnen haben für ihre Gäste lediglich 65 Parkplätze (r.).

© Thomas Boehm / TTSeit drei Wochen ist die Hungerburg gebührenpflichtige Zone. Die Nordkettenbahnen haben für ihre Gäste lediglich 65 Parkplätze (r.).



Von Denise Daum

Innsbruck – Die Autos mit mehreren Strafzetteln hinter dem Scheibenwischer sind verschwunden. Die Einführung der Parkzone hat sich mittlerweile auch bis zu den (ausländischen) Dauerparkern herumgesprochen. Seit drei Wochen ist auf der Hungerburg Schluss mit Gratis-Parken, die Stadt Innsbruck hat das Gebiet in eine Parkstraßenzone verwandelt. Montag bis Sonntag, 9 bis 19 Uhr, sind Parkgebühren zu entrichten, das Tagesticket kostet 7 Euro.

Laut Elmar Rizzoli, Leiter des Amtes für Allgemeine für Sicherheit und Veranstaltungen und damit Chef der Mobilen Überwachungsgruppe MÜG, halten sich die Übertretungen auf der Hungerburg in Grenzen: Knapp 100 Strafzettel wurden innerhalb der ersten drei Wochen ausgestellt. „Das ist nicht viel“, erklärt Rizzoli. Die Dauerparker am ehemaligen Spar-Areal seien großteils verschwunden. Beschwerden gab es bei ihm über die neue Parkstraße keine.

Jede Parkzone in Innsbruck werde von den rund 35 Park­sheriffs der MÜG mindestens einmal pro Tag kontrolliert, die Kurzparkzonen naturgemäß öfters. Generell sei die Anzahl von Übertretungen im gesamten Stadtgebiet rückläufig – bei gleichbleibender Intensität der Überwachung, erklärt Rizzoli.

Keine Freude mit der neuen Regelung auf der Hungerburg hat indes Thomas Schroll, Chef der Nordkettenbahnen. Er befürchtet durch die Einführung der Parkzone einen Rückgang bei den einheimischen Besuchern. „Gerade der Freizeitticket-Gast ist preissensibel und sicher nicht bereit, fürs Parken 7 Euro pro Tag zu bezahlen“, sagt Schroll. Die Nordkettenbahn selbst hat 65 Parkplätze anzubieten – „viel zu wenig“. Aktuell können sich Freizeitticket-Besitzer eine Parkberechtigung für diesen Parkplatz bei der Nordkettenbahn abholen, die jeweils von Oktober bis September gilt. „Ob wir das weiterhin anbieten können, müssen wir uns noch anschauen“, erklärt Schroll. Man sei intern schon lange beim Hin- und Herüberlegen, wie das Parkproblem für die Besucher gelöst werden könnte.

In den ersten drei Wochen hat es zwar noch keine Probleme gegeben, das dürfte aber vor allem mit dem schlechten Wetter und dem damit verbundenen geringen Gästeaufkommen zusammenhängen. „Dieses Wochenende bei Schönwetter wird es sich sicher zum ersten Mal zuspitzen“, befürchtet Schroll.

Aus dem Büro der zuständigen Verkehrsstadträtin Uschi Schwarzl heißt es, dass sich die Anrainer dankbar für die Parkstraße zeigen. Beschwerden habe es indes von zwei Seiten gegeben: einerseits von Gramartern, von denen einige bislang ihr Auto auf der Hungerburg abgestellt haben und von dort in die Innenstadt gependelt sind. Für diese sei man auf der Suche nach einer Lösung. Andererseits hat der Wirt der Höttinger Alm seinen Unmut geäußert. Er sorgt sich um seine Übernachtungsgäste.