Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 07.06.2019


Bezirk Kufstein

Ärger über Raser und Rabauken in Wörgl

Lärm durch Verkehr und rücksichtsloses Verhalten plagen Wörgls Bewohner. Rufe nach mehr Polizeipräsenz wurden laut.

Gaben beim Stadtteilgespräch Auskunft: (v. l.) Jurist Peter Egerbacher, BM Hedi Wechner, Stadtbaumeister Hermann Etzelstorfer und Stadtpolizei-Abteilungsleiter Gerhard Heger.

© SpielbichlerGaben beim Stadtteilgespräch Auskunft: (v. l.) Jurist Peter Egerbacher, BM Hedi Wechner, Stadtbaumeister Hermann Etzelstorfer und Stadtpolizei-Abteilungsleiter Gerhard Heger.



Wörgl – Raser im Stadtgebiet, laufende Motoren bei parkenden Taxis, Schwerverkehr im Siedlungsgebiet oder nächtliche Ruhestörung durch heimwärts ziehende Lokalbesucher brachten Wörgler Bürger beim Stadtteilgespräch am Dienstagabend gleich mehrfach zur Sprache. Die Folge war der Ruf nach mehr Polizeipräsenz auf den Straßen – vor allem auch nachts.

„Die Ladestraße ist die reins­te Rennstrecke. Bei uns liegen regelmäßig Spoilerteile im Garten“, meldete sich ein Anrainer, der auf Höhe der als Tempobremse eingebauten Straßenhöcker wohnt, die aber offensichtlich ihre Wirkung verfehlen. Man solle wie in der Federerstraße durch Fahrbahnverengung eine Verkehrsberuhigung erreichen. Der Rückbau der Ladestraße werde seit Jahren überlegt, wurde aber aufgrund des guten Straßenzustandes bisher hinausgeschoben, teilte dazu Stadtbauamtsjurist Peter Egerbacher mit.

Und während hier ein Rückbau gefordert wird, sehen Anrainer der KR-Pichler-Straße das anders: „Wenn die Bahnhofstraße verkehrsberuhigt werden soll, bin ich dagegen, dass dann der ganze Verkehr auf die Pichler- und Hagleitnerstraße abgewälzt wird.“ Eine Lösung, die die „Unannehmlichkeiten gleichmäßig verteilt“, kündigte Bürgermeisterin Hedi Wechner an: „Ausgewogenheit ist unsere Aufgabe. Mit Hilfe des Landes wird jetzt für ganz Wörgl ein Gesamtverkehrskonzept erstellt.“

Raser regen nicht nur in der Ladestraße auf – rücksichtslose Adrenalin-Junkies am Steuer nerven in der ganzen Innenstadt. „Beim Gogl-Kreisverkehr wird ab 22 Uhr geschleudert“, meldete sich ein Anrainer, und per Mail liegen Bürgermeldungen vom Bahnhofsvorplatz vor, wo nebst aufheulenden Motoren und quietschenden Reifen auch lärmende Lokalbesucher den Schlaf rauben. Das gilt auch fürs M4.

„Gegen Raser sind wir relativ hilflos“, räumte BM Wechner ein und wünscht sich eine vermehrte Zusammenarbeit mit der Bundespolizei. Hingewiesen wurde auch auf die Möglichkeit, selbst Vergehen bei der Polizei anzuzeigen. Wobei von Privatpersonen gemachte Fotos und Videoaufnahmen vor Gericht nicht als Beweismittel gelten und aufgrund des Datenschutzes nur als „eigene Erinnerungshilfe“ tauglich sind. (vsg)




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