Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 07.06.2019


Bezirk Imst

Am Hahntennjoch stehen noch viele Reparaturen an

Der Pass zwischen Imst und dem Lechtal öffnet erst Mitte Juni. Beim Timmelsjoch ist heute Vormittag die Lawinenkommission am Wort.

Derzeit stehen am Hahntennjoch noch die Arbeiten an den Straßensicherungen an.

© BBA ImstDerzeit stehen am Hahntennjoch noch die Arbeiten an den Straßensicherungen an.



Von Alexander Paschinger

Imst, Hochgurgl – Gespannt warten die Verantwortlichen im hinteren Ötztal auf das Ergebnis der Sitzung der Lawinenkommission: Denn heute Vormittag wird entschieden, ob die Timmelsjochstraße freigegeben werden kann. „Wir sind zuversichtlich“, hofft der Vorstand der Straßengesellschaft, Manfred Tschopfner, dass ab morgen, Samstag, der 2509 Meter hohe Übergang vom Ötztal nach Südtirol geöffnet werden kann. In den vergangenen Wochen galt es 300.000 m³ Schnee wegzufräsen. Gefährlicher war aber zuletzt eben die Lawinensituation zwischen den meterhohen Schneewänden, die heute bewertet wird.

An eine Öffnung ist hingegen am Hahntennjoch zwischen Imst und dem Lechtal noch nicht zu denken. „So viel Schnee hat es die letzten 20 Jahre nicht gegeben“, stöhnt der Straßenmeister von Zams, Hartmut Neurauter, der für den 1894 Meter hohen Pass zuständig ist. Wobei – „der Schnee ist nicht mehr das Problem, den haben wir geräumt. Es geht jetzt um die Aufräumarbeiten“, erklärt der Straßenmeister. Daher werde man „zumindest bis zum nächsten Wochenende, um den 15. Juni, brauchen. Spätestens zu Fronleichnam soll die Straße aber offen sein.“

Die Öffnung für den Verkehr wird für frühestens Mitte Juni erwartet.
Die Öffnung für den Verkehr wird für frühestens Mitte Juni erwartet.
- BBA Imst

Tatsächlich sei es ein ganz intensiver Winter gewesen. „Schneereich war ja schon der letzte“, erinnert sich Neurauter. Aber: „Da war es im April schon warm und wir waren viel schneller fertig.“ Heuer aber folgte noch einmal ein kalter Mai mit viel Niederschlag. Und der spielte den Mannschaften nicht gerade in die Hände – vielmehr stand bald fest, dass die diesjährigen Räumarbeiten bis Mitte Juni dauern würden.

Es sind insbesondere die massiven Schäden an den Leitschienen, die durch Lawinen verursacht wurden. „Die Rückhaltesysteme sind nicht nur beschädigt, sondern manche Leitschienen samt Steher aus dem Boden ausgerissen“, schildert der Straßenmeister aufwändige Arbeiten und kostenintensive Instandhaltungsarbeiten. Auch zwei Fels- bzw. Hangvernetzungen mussten installiert werden. „Und es ist viel Wasser im Boden“, so Neurauter.

Daneben gilt es, die Felsräumung entlang der kurvigen Straße auf Imster Seite voranzutreiben. Dahinter wiederum muss die Strecke wieder sauber gemacht werden. Und: Die Entwässerungssysteme müssen gespült werden. Wie viel das alles kostet, „steht noch nicht endgültig fest“.

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