Letztes Update am Mo, 17.06.2019 16:11

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Zwei Drittel der Tiroler halten beim Fahren nur nach Gefühl Abstand

Ein Großteil der Autofahrer hält auf Autobahnen und Schnellstraßen einen zu geringen Abstand ein. Die Asfinag will nun mit neuen Markierungen und einer Sicherheitskampagne gegensteuern.

Die Asfinag hat auf der Inntalautobahn bei Kramsach Abstands-Markierungen eingerichtet. Damit können Autofahrer selbst testen, ob sie den nötigen Sicherheitsabstand einhalten.

© AsfinagDie Asfinag hat auf der Inntalautobahn bei Kramsach Abstands-Markierungen eingerichtet. Damit können Autofahrer selbst testen, ob sie den nötigen Sicherheitsabstand einhalten.



Innsbruck – Dichtes Auffahren auf den Vordermann bringt im Straßenverkehr nicht nur erhebliches Aggressionspotenzial mit sich – es ist auch sehr gefährlich. Dennoch halten sich auch in Tirol viele Lenker nicht an den nötigen Sicherheitsabstand. Wie eine aktuelle Umfrage im Auftrag der Asfinag zeigt, verlassen sich die Tiroler beim Abstand hauptsächlich auf ihr Gefühl. Zwei Drittel der Befragten waren sich demnach sicher, den Abstand korrekt einzuhalten. Allerdings gab dabei nur jeder siebente Befragte an, die Zwei-Sekunden-Regel einzuhalten. Konkret bedeutet das: Viele Autofahrer sind auf Schnellstraßen und Autobahnen oft zu dicht am vorausfahrenden Auto dran, gefährliche Kollisionen können die Folge sein. Im österreichweiten Durchschnitt haben sechs Prozent der Befragten schon einmal für zu dichtes Auffahren Strafe gezahlt. In Tirol ist dieser Wert mit elf Prozent deutlich über dem Schnitt.

Fast jeder zweite Unfall wegen zu geringem Abstand

Auch die subjektive Einschätzung offenbart, dass die Lenker oft nur denken, sie würden ausreichenden Abstand einhalten: Mehr als die Hälfte aller Befragten in Tirol gab an, bei 130 km/h ungefähr bis zu vier Autolängen Abstand zu halten – das sind weniger als 20 Meter. Der richtige Sicherheitsabstand bei dieser Geschwindigkeit wäre aber 70 Meter.

Die klare Empfehlung liegt bei mindestens zwei Sekunden: Dieser Wert gilt unabhängig von der Geschwindigkeit, wobei die Zeitspanne für Reaktion und Bremsweg stark vom Fahrer, vom Fahrzeug und vom Straßenzustand abhängt.

„Im Vorjahr sind bei schweren Unfällen wegen mangelhaftem Sicherheitsabstand fünf Menschen ums Leben gekommen, das ist jedes siebte Todesopfer. In Kombination mit Rasen, Alkohol und ganz besonders Unachtsamkeit ist zu wenig Abstand eine Mit-Ursache für fast jeden zweiten – auch tödlichen – Unfall im Asfinag-Netz“, teilte der Straßenbetreiber in einer Aussendung mit.

Sicherheitskampagne soll Bewusstsein schaffen

Laut Statistik Austria ereigneten sich 2018 rund 2300 Unfälle mit Verletzungen, bei jedem fünften Unfall war mangelnder Sicherheitsabstand die Ursache.

Grund genug für die Asfinag, dem Negativ-Trend entgegenzusteuern. Im Rahmen der Kampagne „Zwei Sekunden entscheiden – Hallo Leben“ soll auf die Einhaltung des Sicherheitsabstandes aufmerksam gemacht werden. An acht neuen Standorten österreichischer Autobahnen können Autofahrer anhand einer orangen Markierung am Boden ihren eigenen Abstand überprüfen. Die Länge der Markierung entspricht dem Weg, der bei der vor Ort erlaubten Höchstgeschwindigkeit in zwei Sekunden zurückgelegt wird. Auf der Inntalautobahn wurde dieser Bereich bei Kramsach eingerichtet. (TT.com)