Letztes Update am Do, 11.07.2019 11:46

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Straßenverkehr

ÖAMTC warnt: Alkoholunfälle haben im Juli Hochsaison

Im vergangenen Jahr verzeichnete der Juli mehr als doppelt so viele Alkoholunfälle als etwa der Jänner. Meist sind die Beteiligten Männer unter 30, der Frauenanteil hat jedoch rasant zugenommen.

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© TT/Thomas BöhmSymbolfoto.



Innsbruck – „Hohe Temperaturen und laue Abende lassen manche zu tief ins Glas schauen“, warnt ÖAMTC-Psychologin Marion Seidenberger. Das erklärt, warum von 2291 Alkoholunfällen im Vorjahr 253 im Juli passierten – weit mehr als etwa im Dezember (188) oder Jänner (119).

„Die Kombination aus erhöhter Risikobereitschaft, verminderter Fähigkeit zur Selbstkritik und dem subjektiven Gefühl von gesteigerter Leistungsfähigkeit bei einer tatsächlichen Leistungseinbuße kann im Straßenverkehr katastrophale Folgen haben. Das gilt für alle Verkehrsteilnehmer, egal ob Auto-, Rad-, Rollerfahrer oder Fußgänger“, so Seidenberger.

Mehr Männer beteiligt, meisten Unfälle am Samstag

Die meisten Alkoholunfälle passieren zwischen 17 und 21 Uhr sowie in den frühen Morgenstunden. Auf die Wochentage gesehen steigt die Rate ab Donnerstag deutlich an, den Höhepunkt erreicht sie dann am Samstag. Zwar sind immer noch wesentlich mehr Männer in Alkoholunfälle verwickelt (2007 bis 2018 durchschnittlich 87 Prozent), jedoch ist der Frauenanteil in den letzten 20 Jahren stark gestiegen.

„Von 2000 bis 2014 hatte sich der Anteil von an Straßenverkehrsunfällen beteiligten alkoholisierten Lenkerinnen von acht Prozent auf knapp 16 Prozent verdoppelt“, erklärt die Psychologin. Gemeinsam haben die Beteiligten das Alter, sie sind meist zwischen 20 und 29 Jahre alt.

Auch ohne Unfall drohen hohe Strafen

Wer mit mehr als 0,5 Promille von der Polizei erwischt wird, muss mit Konsequenzen rechnen. Bis 0,79 Promille kommt der Fahrer mit einer Strafe zwischen 300 und 3700 Euro sowie einer Vormerkung davon. Bei einem höheren Wert drohen Verkehrscoaching oder Nachschulung, Führerscheinentzug sowie Strafen von bis zu 5900 Euro. Noch wesentlich drastischer fallen die Konsequenzen nach einem Unfall aus. Für Probeführerschein-Besitzer, Lkw- sowie Busfahrer und Mopedlenker bis 20 ist die Grenze tiefer angesetzt, sie dürfen 0,1 Promille nicht überschreiten. (TT.com)