Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 28.07.2019


Innsbruck

Baustellen sorgen für Unmut bei Taxi-Fahrgästen in Innsbruck

So schlimm war es noch nie: Absperrungen, Staus, Umwege. Innsbrucks Taxler müssen das Chaos ausbaden. Ziel bleibt der kürzeste Weg.

Bei strahlendem Wetter auf Baustellenrallye in Innsbruck. Taxifahrer müssen sich täglich neu orientieren.

© PlankBei strahlendem Wetter auf Baustellenrallye in Innsbruck. Taxifahrer müssen sich täglich neu orientieren.



Von Alexandra Plank

Innsbruck – Hitze in der Stadt, dazu Umwege mit dem Taxi aufgrund der zahlreichen Baustellen. Das ist eine explosive Mischung. Immer wieder berichten Taxler, dass ihnen Passagiere vorhalten, sie würden mit „der Kirche ums Dorf fahren“.

Gabriel Klammer, Geschäftsführer der Taxi-Innung, bekommt zwar nicht mehr Beschwerden als sonst, hat aber einen guten Tipp im Umgang mit unzufriedenen Kunden: „Am besten ist, man schlägt ihnen vor, genau zu sagen, welche Route man wählen soll. Da werden sie schnell merken, dass sie viel mehr bezahlen, weil das Taxi in die Sackgasse gerät oder eine Baustelle großräumig umfahren werden muss.“ Die Sperren würden sich von einem auf den anderen Tag ändern, die Taxilenker flexibel reagieren. Der Geschäftsführer erklärt, dass das Gewerbe im Sommer stets mit dieser Situatio­n konfrontiert sei, „jährlich grüßt das Baustellen-Murmeltier“. Heuer sei zudem die Koordinierung diskussionswürdig: „Ob eine zeitliche Versetzung der vielen Brennpunkte möglich gewesen wäre, müssen aber andere beurteilen.“ Er unterstreicht, wie wichtig es sei, dass es in Innsbruck einen fixen Tarif gebe. „Im Stadtgebiet haben wir kaum Beschwerden, während sich Fahrgäste in Orten, wo mehrere Anbieter auftreten, übervorteilt fühlen.“

Klammer warnt neuer­lich davor, das Taxigewerbe gänzlich nach der freien Marktwirtschaft zu organisieren. „Es geht nicht, dass man zu Stoßzeiten mehr bezahlt und zu Randzeiten weniger.“ Das System Uber funktioniere nämlich so.

Kürzlich hat der Nationalrat eine Novelle beschlossen, die eine Gleichstellung von Taxi- und Mietwagenunternehmen vorsieht. Das heißt, dass auch Uber-Lenker einen Taxischein machen müssen. Indes zieht sich der Konzern vorübergehend aus Österreich zurück. Alle Services in Wien und Testbetrieb in Linz, Graz und Salzburg sind betroffen. Uber will aber laut Sprecher „in den nächsten Wochen zurück sein“. Der Grund für die Pause ist eine Gerichtsentscheidung, wonach Uber hier eine Niederlassung sowie Gewerbeberechtigung benötigt.