Letztes Update am Mo, 29.07.2019 13:16

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Grenzkontrollen

Dritte Kontrollspur am Walserberg in Betrieb genommen

Durch erhöhte Kapazitäten bei den Grenzkontrollen am Walserberg sollen sich die Staus und der Umgehungsverkehr verringern.

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Salzburg, Wals-Siezenheim – Mitten in der Hauptreisezeit ist am Montag die im Februar vom deutschen Innenminister Horst Seehofer (CSU) zugesagte dritte Kontrollspur am Autobahngrenzübergang Walserberg in Betrieb gegangen. Das Land Salzburg hatte in den vergangenen Monaten vehement auf eine rasche Umsetzung gepocht: Dank der nun erhöhten Kapazitäten bei den Kontrollen sollen sich die Staus und der Umgehungsverkehr verringern.

Mit dem Bau der dritten Spur war Anfang Juli begonnen worden. „Uns ist völlig bewusst, dass damit noch nicht alle Stau-Probleme gelöst sind, zum Beispiel wenn auf allen Spuren scharf kontrolliert wird“, betonte der Salzburger Verkehrslandesrat Stefan Schnöll (ÖVP) heute. „Unser Ziel bleibt es weiterhin, dass der Verkehr fließt, dass besser abgefertigt wird und dass die Anrainer entlastet werden.“ Mittelfristig wünsche er sich jedoch, dass die stationären Kontrollen an der Grenze durch andere Maßnahmen wie etwa mehr Schleierfahndung ersetzt werden, sagte Schnöll.

Trennung von Pkw und Schwerverkehr

Neu ist auch, dass ab sofort bereits auf Salzburger Seite des Grenzübergangs der Pkw- vom Schwerverkehr getrennt wird. Bei den Kontrollen selbst stehen dann zwei Spuren für Autos und eine für Lastwagen zur Verfügung. „Wenn kein Lkw-Verkehr rollt, also insbesondere am Wochenende, soll die dritte Spur ebenfalls für Pkw zur Verfügung stehen“, hieß es aus dem Büro des Verkehrslandesrats.

Deutschland hat die Grenzkontrollen im Herbst 2015 eingeführt, um Flüchtlinge an der illegalen Einreise ins Land zu hindern. Speziell an starken Reistagen kam es dadurch am Walserberg zu kilometerlangen Rückstaus. Reisende klagten über lange Wartezeiten, Spediteure, Frächter und der regionale Wirtschaftsverkehr kritisierten hohe Mehrkosten durch die Verzögerungen. Viele Autofahrer versuchten zudem den Staus auszuweichen und sorgten dadurch in Anrainergemeinden für Unmut. (APA)