Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 09.08.2019


Tirol

Autobahnmaut: „Es gibt immer noch Fahrer, die bar zahlen wollen“

Die Digitalisierung der Autobahnmaut schreitet voran. Dennoch sind bei der Mautstelle in Schönberg im Sommer 40 Ferialjobber im Einsatz.

Laura Nagiller (18) hat heuer Matura gemacht und arbeitet, wie 40 andere Ferialpraktikanten auch, bei der Mautstelle Schönberg.

© Thomas Boehm / TTLaura Nagiller (18) hat heuer Matura gemacht und arbeitet, wie 40 andere Ferialpraktikanten auch, bei der Mautstelle Schönberg.



Schönberg – Schon um fünf Uhr Früh muss Laura Nagiller, die heuer Matura gemacht hat, an manchen Tagen den Dienst antreten. Acht Stunden ist eines der Häuschen an der Mautstelle in Schönberg dann der Arbeitsplatz der 18-Jährigen. „Körperlich ist es nicht anstrengend, konzentrieren muss man sich aber schon“, sagt sie. Und: „Am besten ist es, wenn viel Verkehr ist. Dann gibt es immer was zu tun und es wird einem nicht langweilig.“ Bis zu 2000 Fahrzeuge passieren Nagiller während ihrer Schicht. Sie ist eine von 40 Ferialjobbern, die von der Autobahnbetreibergesellschaft Asfinag an der größten Mautstelle Österreichs beschäftigt werden.

„Immerhin fahren an Wochenenden in den Sommermonaten bis zu 130.000 Fahrzeuge an der Mautstelle in Schönberg vorbei“, erklärt Rudolf Nagele, Abteilungsleiter der Mauteinhebung bei der Asfinag, den Bedarf der Ferialjobber als Entlastung für die 60 fix angestellten Mitarbeiter. Die Sommerjobs sind begehrt, werden aber weniger. „Vor zehn Jahren hatten wir noch 60 Stellen für Ferialarbeiter“, sagt Nagele. Durch die fortschreitende Digitalisierung der Maut sei der Bedarf an Arbeitskräften nicht mehr so enorm hoch – und das, obwohl der Verkehr weiter zunimmt. „Aber es gibt immer noch Fahrer, die bar zahlen wollen.“ Der Kontakt zu den Lenkern sei und bleibe wichtig.

Trotzdem: Die Asfinag treibt die Digitalisierung voran. „Wir haben ein großes Bestreben, sie bei der Maut weiter zu forcieren“, sagt Ursula Zechner, Geschäftsführerin der Asfinag Maut Service Gesellschaft, und belegt die Erfolge dieses Bestrebens mit Zahlen: „Die digitalen Jahresvignetten machen bereits 50 Prozent aus. Bei den Kurzzeitvignetten etwas weniger.“

Ebenfalls bei der Streckenmaut, wie sie etwa in Schönberg erhoben wird, schreitet die Digitalisierung voran. „68 Prozent aller, die bei Schönberg durchfahren, haben die digitale Streckenmaut“, rechnet Zechner vor. Da Touristen oft je nach Verkehrslage ihre Routen in Richtung Süden oder Norden wählen würden, gibt es jetzt die digitale Streckenmaut „Flex“. „Der Kunde registriert sich, hinterlegt die Daten seiner Kreditkarte und kann rasch durch alle österreichischen Mautstellen fahren. Abgerechnet wird im Nachhinein, je nach Strecke.“ Bereits 10.000 Autofahrer hätten das Angebot in Anspruch genommen.

Auch Stefan Zangerle, Vertriebsleiter bei der Asfinag Maut Service GmbH, ist von den Entwicklungen überzeugt: „Es ist ein gutes, digitales Paket, das wir auf die Reise geschickt haben.“ (bfk)