Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 10.08.2019


Bezirk Kufstein

In Ellmau könnte es bald „blitzen“

Die Gemeinde erwägt, moderne Laser-Geräte anzuschaffen. Der Gemeinderat stimmte für dazu notwendiges Verkehrsgutachten.

Die Austraße ist nur eine von mehreren Wegen ins Dorf, auf denen die Laser-Säulen schon bald im Einsatz sein könnten.

© HRdinaDie Austraße ist nur eine von mehreren Wegen ins Dorf, auf denen die Laser-Säulen schon bald im Einsatz sein könnten.



Ellmau – Temposünder könnten in Ellmau schon bald tief in die Tasche greifen. Die Gemeinde erwägt, das Dorfzentrum mit modernen Radarkästen zu versehen. Dem vorangehen muss allerdings eine neue Verordnung, die im Dorfkern eine Maximalgeschwindigkeit von 30 km/h vorsieht. Unumstritten war das Thema bei der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend nicht – der Beschluss, ein dafür notwendiges Gutachten in Auftrag zu geben, wurde aber mit Ausnahme einer Gegenstimme letztlich durchgewinkt.

Moderne Laser-Säulen, die in alle Richtungen „blitzen“, sollen es werden – solche, wie sie in Kirchbichl bereits seit einigen Monaten im Einsatz sind. Dort gibt es mehrere Säulen, doch nur einzelne sind mit aktiven Geräten ausgestattet. Welche das sind, erkennt man von außen nicht. Drei Säulen und zwei Geräte denkt man in Ellmau an, die Kosten dafür liegen bei 150.000 Euro.

Laut BM Nikolaus Manzl haben die Gemeindechefs von Going und Scheffau bereits Interesse bekundet, sich am Ankauf und der Nutzung zu beteiligen, auch an Söll will man noch herantreten. „Dann wird doch nur gestritten, wer wann ein Gerät im Einsatz hat“, fand GR Guido Bucher wenig Gefallen am Modell des „Radar-Sharings“. Generellen Zweifel am Bedarf einer Überwachung äußerte GR Herbert Schachner: „Die Zahl der Übeltäter hält sich in Grenzen. Es sind Einheimische und immer dieselben, die zu schnell fahren. Die werden dann wissen, wo Säulen stehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die Kosten amortisieren.“

VBM und Verkehrsausschuss-Obmann Gerhard Schermer berichtete von 100 Pkw, die während einer fünftägigen Zählung das Tempolimit in der Austraße überschritten hatten. Zum Vergleich zog er Zahlen von der Bundesstraße in Kirchbichl heran, dort seien es 84 gewesen. Schermer: „Ich will mir nicht nachsagen lassen, wir hätten nichts unternommen, wenn mal ein Kind zusammengefahren wird.“

„Wenn wir eine Verordnung haben, muss man diese auch kontrollieren“, begrüßte Gemeindevorstand Gerhard Pohl die Radarsäulen. Die Verordnung dürfte jedenfalls fix kommen, denn aktuell fehlt diese laut Schermer bei einigen Straßen im Dorf. Tempoüberschreitungen könnten trotz 30er-Tafel nicht geahndet werden. (jazz)