Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 21.08.2019


Innsbruck-Land

Minikreisel soll Verkehr in Götzens fließen lassen

Das westliche Mittelgebirge stöhnt unter der Verkehrsbelastung. Statt einer großen Um­fahrung sollen viele kleinere Maßnahmen helfen.

Das westliche Mittelgebirge stöhnt unter der Verkehrsbelastung. Statt einer großen Um­fahrung sollen viele kleinere Maßnahmen helfen.

© Foto TT/Rudy De MoorDas westliche Mittelgebirge stöhnt unter der Verkehrsbelastung. Statt einer großen Um­fahrung sollen viele kleinere Maßnahmen helfen.



Von Denise Daum

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Götzens, Birgitz – Neben den steigenden Immobilienpreisen bereitet den Bürgermeistern der westlichen Mittelgebirgsgemeinden vor allem eines Kopfzerbrechen: die Verkehrsbelastung. Der Bau einer Umfahrungsstraße im Norden von Birgitz wird nicht die Lösung des Problems sein, ist der dortige Bürgermeister Markus Haid überzeugt. „Das ist einerseits ökologisch nicht zu vertreten, andererseits würde eine topausgebaute Umfahrungsstraße zusätzlichen Ausweichverkehr und Vignettenflüchtlinge anziehen. Und dann bekommen Mutters und Natters den gesamten Verkehr ab.“ Für die Verkehrsproblematik scheint es also nicht die eine große Lösung zu geben. Vielmehr brauche es mehrere Einzelmaßnahmen. „Im Einvernehmen mit allen betroffenen Gemeinden“, betont Haid.

Deshalb setzt man sich gemeinsam im Planungsverband mit Maßnahmen zur Verbesserung der Situation auseinander. Den Verkehr zwar nicht reduzieren, aber flüssiger machen könnte beispielsweise ein Kreisverkehr im Zentrum von Götzens vor der Kirche. Der Planungsverband lässt das nun prüfen. „Der Vorteil eines Kreisverkehrs wäre, dass die Verkehrsteilnehmer aus allen Richtungen gleichberechtigt in die Kreuzung einfahren und Rückstaus reduziert werden können“, erklärt der Götzner Bürgermeister Josef Singer. Ein „richtiger“ Kreisverkehr geht sich allerdings in Götzens nicht aus. Ein Kreisel auf Landesstraßen (um solche handelt es sich bei der Kreuzung) braucht in Tirol mindestens einen Durchmesser von 35 Metern, wie Christian Molzer von der Straßenabteilung des Landes erklärt. Man könne aber in Götzens – wie bereits in wenigen anderen Fällen – eine Ausnahme machen, „wenn es eine Verbesserung der Ist-Situation bringt“, erklärt Molzer. Das werde die Prüfung zeigen.

Die Einführung einer 30-km/h-Beschränkung für Teilabschnitte der Burg- und Kirchstraße soll indes eine Lärmreduktion bringen. Auch das werde geprüft, erklärt Bürgermeister Singer. Nicht zuletzt bemüht sich der Planungsverband um einen Ausbau der Radwege, damit öfters geradelt statt Auto gefahren wird. Denn für Bürgermeister Haid ist eines auch ganz klar: „Der Verkehr ist vor allem hausgemacht.“ Also weniger Durchzugs-, mehr Pendlerverkehr. „Der wird weiter zunehmen, weil die Gemeinden immer stärker wachsen.“ Hier brauche es Bewusstseinsbildung und die Mithilfe jedes einzelnen Bürgers.