Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 02.09.2019


Bezirk Schwaz

Viele Baustellen am Schwazer Bahnhof, Arbeiten im Zeitplan

Die Modernisierung des ÖBB-Bahnhofes in Schwaz läuft auf Hochtouren. Stillstand herrscht hingegen auf der Park-&-Ride-Anlage.

Am Schwazer Bahnhof entstehen nicht nur neue Bahnsteige, sondern auch die Unterführung wird samt Liften neu gebaut, damit künftig alle Bereiche barrierefrei erreichbar sind.

© ÖBBAm Schwazer Bahnhof entstehen nicht nur neue Bahnsteige, sondern auch die Unterführung wird samt Liften neu gebaut, damit künftig alle Bereiche barrierefrei erreichbar sind.



Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz – Am Schwazer Bahnhof bleibt derzeit kein Gleis auf dem anderen. Es wird gebaggert, abgerissen, aufgebaut, neu verlegt und zerlegt. Denn der Bahnhof wird modernisiert und endlich auch für alle barrierefrei zugänglich gemacht. Darauf hatte die Stadt Schwaz lange gewartet.

Die Vorarbeiten starteten bereits im März. Im Juni folgte dann der offizielle Spatenstich. Seither ist viel passiert. Arbeiten an den Oberleitungsmasten wurden durchgeführt, zwischen den Gleisen wurden Entwässerungsmaßnahmen umgesetzt und mit den neuen Unterführungen wurde begonnen. Für den Umbau des Mittelbahnsteiges im kommenden Jahr wurde auch bereits das Gleis 4 neu gelegt. Laut ÖBB-Projektteamleiter Harald Schreyer ist man voll im Zeitplan. „Auch die Streckensperre für die Neuerrichtung der Vomperbachbrücke konnte für die Bauarbeiten am Bahnhof Schwaz genutzt werden. Einige wichtige Gleisarbeiten wie die Errichtung zweier Hilfsbrücken für die neue Unterführung konnten während des Schienenersatzverkehres durchgeführt werden“, sagt er. Mitte 2021 soll der Umbau fertig sein.

Laut ÖBB ist man mit den Arbeiten voll im Zeitplan.
Laut ÖBB ist man mit den Arbeiten voll im Zeitplan.
- ÖBB

In der Zwischenzeit soll aber nicht nur am Bahnhof kräftig umgebaut werden, sondern auch bei der angrenzenden Park-&-Ride-Anlage. Doch dort herrscht derzeit noch Stillstand. Schon lange wird über Pläne für ein Projekt mit Parkplätzen und Wohnraum gesprochen. Immer wieder fiel auch der Name eines Schwazer Inves­tors, der für die Stadt bauen soll – Ludwig Obwieser. „Derzeit schaut es sehr danach aus“, bestätigt Stadtbaumeister Gernot Kirchmair. Doch die Lage ist noch etwas verstrickt. Der Grund gehört den ÖBB, dazu zählt auch die Fläche der Straße. Diese soll ins öffentliche Gut übergehen und auch der restliche Grund für das Projekt soll an die Stadt gehen. „Dazu gibt es einen Vertrag, wo Stadt, Land, VVT und der Investor dran sind. Er steht kurz vor dem Abschluss, liegt derzeit aber bei den ÖBB in Wien“, erklärt Kirchmair.

Erst, wenn dieser unter Dach und Fach ist, kann die Planung für das Gebäude und die Parkfläche weitergehen. „Wir haben im Sommer aber schon aktiv weitergemacht“, sagt Kirchmair. Vor allem was die Struktur und Höhenentwicklung des künftigen Baukörpers an­gehe. Das wolle man schon im nächsten Bauausschuss im Herbst besprechen. „Wir sind Ende des Jahres Gewehr bei Fuß, wenn die ÖBB ihre Zustimmung geben“, sagt der Stadtbaumeister. Denn die Vorbereitungsarbeiten habe die Stadt bereits getroffen.

Wie das Projekt aussehen könnte? Möglich sei ein halbes Untergeschoß als Tiefgarage mit rund 140 Stellplätzen – mehr als derzeit. Für Kirchmair kommt eine gemischte Nutzung mit Wohn- und Dienstleistungsflächen in Frage. „Für viele Unternehmer wäre das am Bahnhof sicher ideal. Die Bediensteten hätten eine direkte Öffi-Anbindung in der Inntalfurche“, meint er.