Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 12.09.2019


Bezirk Schwaz

Verkehrsbelastung im Bezirk Schwaz hat zugenommen

Hermann Weratschnig und Elisabeth Kirchler (Grüne) nehmen den Verkehrsbericht zum Anlass, ein Bezirks-Mobilitätskonzept zu fordern.

Der Verkehr im gesamten Bezirk sollte genau analysiert werden und dann ein Mobilitätskonzept erstellt und umgesetzt werden, meinen Hermann Weratschnig und Elisabeth Kirchler.

© DählingDer Verkehr im gesamten Bezirk sollte genau analysiert werden und dann ein Mobilitätskonzept erstellt und umgesetzt werden, meinen Hermann Weratschnig und Elisabeth Kirchler.



Von Angela Dähling

Strass i. Z. – Immer mehr Verkehr. Egal ob auf den Straßen oder der Schiene – die Menschen im Bezirk Schwaz sind mobiler denn je. Das zeigt ein Blick in den Verkehrsbericht des Landes. Täglich fuhren 2018 im Schnitt 19.000 Kraftfahrzeuge durch das Zillertal, das sind um 1,6 Prozent mehr als 2017, in Fügen betrug das Plus 2,2 Prozent, in Ramsau sogar 3,4 Prozent. Mehr Verkehr auch auf der A12: Bei der Zählstelle in Vomp stieg der Pkw-Verkehr um 0.8 Prozent auf fast 59.000 Pkw, bei den Lkw um zwei Prozent auf knapp 7400. Auch der Achensee leidet zunehmend: Durch Maurach fuhren im Schnitt 7700 Autos täglich (+3,5 %), durch Achenkirch nicht ganz 5600 (+4,3 %).

„Aber auch die Zillertalbahn konnte seit 2012 Zuwächse in Höhe von 40 Prozent erzielen“, weiß Hermann Weratschnig (Grüne). Als Gründe für die Steigerungen nennt der Nationalratskandidat und Umweltreferent der Stadt Schwaz steigenden Pendler-, Tourismus- und Freizeitverkehr sowie die steigende Zahl von Zweitautos. Was aber tun, damit die Verkehrsbelastung nicht gänzlich unerträglich wird? Gemeinsam mit Elisabeth Kirchler (Grüne) aus Schlitters fordert Weratschnig einen „Masterplan Mobilität Schwaz“ samt einer Potenzial- und Erreichbarkeitsstudie für den gesamten Bezirk. Und zwar in Zusammenarbeit mit den TVB, Planungsverbänden, Regionalmanagements und größten Arbeitgebern. „Da braucht es dann einen Gesamtkoordinator“, betont Weratschnig. Das Ganze habe aber nur Sinn, wenn die Region geschlossen dahinterstehe und die Maßnahmen nicht nur vom Land (was in der Regel ein Drittel der Kosten fördert), sondern auch vom Bund finanziell unterstützt werden. Diese Bundesförderungen fehlen seit 2004.

Für das Ziller- und Achental fordern beide eine Verlängerung der abendlichen Öffi-Verbindungen für Schicht- und Tourismus-Mitarbeiter sowie Nachtschwärmer. Ergänzend dazu brauche es an Wochenenden den Nightliner. „Die Grundbereitschaft in den Zillertaler Gemeinden für einen Nightliner ist da, die Konzepte zur Umsetzung liegen fix und fertig in der Schublade. 50.000 Euro müssten die Gemeinden jährlich dafür zahlen“, ruft Weratschnig in Erinnerung. „Aber der Planungsverband bleibt untätig. Es kann doch nicht an einer Person liegen, dass da nichts weitergeht“, meint er verwundert in Richtung Verbandsführung.

Elisabeth Kirchler hält Rufbusse, die mehrere Gemeinden gemeinsam nach Vorarlberger Vorbild finanzieren, für sinnvoll – vor allem in die Berggemeinden. Probier-Aktionen, etwa eine extragünstige Öffi-Woche, könnten zudem eingeschworene Autofahrer veranlassen, doch mal probehalber auf Öffis umzusteigen.