Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 09.10.2019


Bezirk Landeck

Agrargemeinschaft kritisiert geringe Ablöse für Landecker Schlossgallerie

Der positive Straßenbaubescheid für die Schlossgalerie hängt an der Agrargemeinschaft Landeck-Angedair. Von dort gibt es Kritik.

Die Agrargemeinschaft Landeck-Angedair ist der größte Grundbesitzer im Bereich der geplanten Schlossgalerie.

© ReichleDie Agrargemeinschaft Landeck-Angedair ist der größte Grundbesitzer im Bereich der geplanten Schlossgalerie.



Von Matthias Reichle

Landeck – Die geplante Schlossgalerie an der L76 zwischen Landeck und Zams ist einen Schritt weiter. Vergangene Woche, am Dienstag, fand die straßenrechtliche Verhandlung für das Großprojekt statt. „Wir konnten mit allen Grundeigentümern eine Übereinkunft erreichen“, erklärt Robert Zach von der Verkehrsabteilung des Landes. Einsprüche gab es laut ihm keine. Bereits einen Tag später wurde der Bewilligungsbescheid ausgestellt

Spannend dürfte es trotzdem noch einmal werden. Der Bescheid hängt nämlich an der Vollversammlung der Agrargemeinschaft Landeck-Angedair. Obmann Rudolf Huber leistete seine Unterschrift für die Grundinanspruchnahme vorbehaltlich der Zustimmung durch die Mitglieder. Sie sind am stärksten betroffen und müssen für das Straßenprojekt rund 5000 Quadratmeter abtreten,

Huber war die finanziell­e Entschädigung zu gering. Dabei geht es allerdings nicht nur um den Flächenbedarf für die Galerie selbst. „Der restliche Wald oberhalb wird unzugänglich und kann wahrscheinlich nur mit Hubschrauber bewirtschaftet werden“, kritisiert er. Die Agrar forderte dafür eine zusätzliche Abgeltung – ein­e Summe, auf die das Land nicht eingehen wollte. Man werde die Thematik nun bei der Vollversammlung kommende Woche diskutieren und weiterschauen, so Huber. Der geplante Weg auf dem Galeriedach sei aufgrund seiner Schräglage für Holzbringungen unzureichend.

Zach kann den Agrarobmann verstehen. „Die Grund­ablöse ist gering“, bestätigt er. Es sei allerdings „nicht der höchste Wirtschaftswald, da oben stehen lediglich ein paar Stauden“. In den vergangenen Jahren hat es laut den Sachverständigen keine größeren Holzbringungen gegeben. Man habe eine Entschädigung für die erschwerte Erreichbarkeit angeboten. Ein geringer Betrag, aber auch die Holzbringung sei überschaubar. Laut Zach konnte man sich bei der Verhandlung allerdings gütlich einigen. Nun ist die Vollversammlung am Wort, die sich nächste Woche treffen wird.

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Derzeit arbeitet das Land bereits an den Einreich­unterlagen für die noch ausständigen naturschutz-, forst- und wasserrechtlichen Genehmigungsverfahren. „Wir sind im Finale“, so Zach. Plan ist, die Verhandlungen noch in diesem Jahr abzuschließen. Ab kommendem Frühjahr sollen die Bagger auffahren – die Tiroler Tageszeitung berichtete.