Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 12.10.2019


Bezirk Imst

Straßenrückbau in Obsteig startet im Frühjahr

Die Finanzierung des ersten Bauabschnitts in Obsteig für das Projekt „Ortsdurchfahrt“ im Rahmen der Fernpassstrategie ist geklärt: Das Land unterstützt dabei großzügig und gewährt Bedarfszuweisungen.

Im Frühjahr wird man in Obsteig mit dem Rückbau der Bundesstraße beginnen.

© DornIm Frühjahr wird man in Obsteig mit dem Rückbau der Bundesstraße beginnen.



Von Agnes Dorn

Obsteig – Nachdem es am 5. September von LHStv. Josef Geisler eine schriftliche Finanzierungsvereinbarung für den ersten Bauabschnitt des Rückbaus der Bundesstraße in Obsteig gegeben hatte, konnte nun auch der Gemeinderat von Obsteig grünes Licht für den Start des schon seit Langem angestrebten Projekts geben. Und zwar einstimmig. Denn die Straßenbaubewilligung, die bereits am 12. Juni 2017 ausgestellt worden war, muss für das gesamte Projekt innerhalb von fünf Jahren zur Anwendung kommen. Außer, es gebe gute Gründe für eine Verlängerung – und Geldmangel sei „kein guter Grund“, hielt Bürgermeister Hermann Föger bei der Gemeinderatssitzung Donnerstagabend fest. Der erste Bauabschnitt wird nun den Rückbau der Bundesstraße zwischen der Brücke beim Spar bis zum Gemeindeamt betreffen und voraussichtlich rund 514.000 Euro kosten. In dieser Schätzung für dieses erste Baulos sind sowohl die Kosten für die Sanierung der Brücke (270.000 Euro) und die Errichtung eines kombinierten Rad- und Gehwegs als auch die Kosten für die anstehenden Tiefbauarbeiten enthalten. „Für diesen Abschnitt hat die Gemeinde pauschal 100.000 Euro an Sachkosten zu tragen“, hielt Geisler in seiner Zusage fest. Und weiter: „Um die finanzielle Belastung der Gemeinde möglichst gering zu halten, wird ein Gutteil der Arbeiten durch die Mitarbeiter der Straßenmeisterei Haiming geleistet.“

„Wir bekommen für das Jahr 2020 eine Bedarfszuweisung in der Höhe von 90.000 Euro für den Straßenrückbau. Dann bleiben momentan 10.000 Euro, die die Gemeinde treffen“, rechnete der Dorfchef vor. Er hofft auf einen Baustart im April oder Mai 2020. Die ohnehin überfällige Sanierung der Brücke beim Spar wird an eine Fremdfirma vergeben, der Rest des Straßenrückbaus wird vom Baubezirksamt übernommen werden, so Föger.

Für die Verlegung von Gas, Strom, Wasser und LWL (Lichtwellenleiter, Anm.) solle eine Stelle die Koordination übernehmen, damit nichts vergessen wird, zeigte man sich im Gemeinderat einig. In spätestens zwei Jahren sollte dann mit der Sanierung der zweiten Brücke und dem Rückbau jenes Abschnitts begonnen werden.

Das Gesamtprojekt wolle man in drei oder vier Teilabschnitten umsetzen, da es solchermaßen leichter zu finanzieren sei.

„Auf alle Fälle haben wir den Startschuss gemacht und gut verhandelt“, zeigt sich das Gemeindeoberhaupt zufrieden mit der ersten Finanzierungsvereinbarung. Die Verhandlungen über Bedarfszuweisungen für das Mehrzweckgebäude (Kindergarten, Hort und Mehrzwecksaal) habe man bewusst parallel zu jenen für den Straßenrückbau geführt, um für beide Projekte Gelder lukrieren zu können. So wurden für das zweite Obsteiger Großprojekt ab 2021 für vier Jahre jeweils 475.000 Euro vom Land ebenfalls bereits zugesagt.