Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 15.10.2019


Bezirk Kufstein

Das Bike darf nicht mehr mit dem Lift ins Kaisergebirge

Ärger im Naturschutzgebiet in Kufstein. Radler und Wanderer sind oft auf Konfrontationskurs. Kaiserlift-Betreiber verhängen Transportstopp.

Fahrräder müssen im Liftgelände stehen bleiben.

© OtterFahrräder müssen im Liftgelände stehen bleiben.



Von Wolfgang Otter

Kufstein – Eigentlich ist die Maßnahme nicht neu, aber jetzt kurz vor Saisonschluss sorgt sie für Verärgerung. Im Eingangsbereich des Kaiserliftes, der Aufstiegshilfe in das Naturschutzgebiet, findet sich eine nicht unumstrittene Mitteilung: „Wegen zunehmender Beschwerden über Radfahrer, die sich nicht an die Regeln des Naturschutzgebiets halten (zu schnelles Fahren, Fahren auf nicht erlaubten Wegen), sehen wir uns gezwungen, den Transport von Fahrrädern ab sofort einzustellen.“

„Muss das sein? Wo bleibt da die radfahrfreundliche Stadt?“, fragt sich ein Kufsteiner in einer E-Mail an die TT. Und ein Anrufer in der Redaktion ärgert sich über den Umstand, dass wegen ein paar wenigen nun alle verzichten müssten. Und auch in den sozialen Medien wird eine angeregte Diskussion über Sinn und Unsinn der Maßnahme geführt.

Am Kaiserlift gibt es einen Transportstopp.
Am Kaiserlift gibt es einen Transportstopp.
- Otter

Kaiserlift-Betreichsleiter Martin Tschurtschenthaler von den Stadtwerken Kufstein wundert sich, dass diese Diskussion drei Wochen vor Saisonende so hitzig geführt wird, zugleich verteidigt er aber auch die Maßnahme: „Leider, wie so oft, können sich ein paar Prozent nicht an die Regeln halten.“

So hätten gerade Downhill-Biker die für die Radfahrer vorgeschriebenen Wege verlassen. „Die waren auch auf dem Schneerosenweg unterwegs, um ein Beispiel zu nennen“, sagt Tschurtschenthaler. Aber die Zahl der transportierten Räder sei ohnedies stark gesunken, „es sind immer mehr E-Biker unterwegs und die haben kein Problem mit dem Bergauffahren“, so Tschur­tschenthaler. Es sei nicht zu erwarten, dass es im kommenden Jahr eine Änderung geben werde. Erfreulich läuft übrigens für die Stadtwerke die Saison. Genaue Zahlen gibt es aber erst nach Saisonende.

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