Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 31.10.2019


Bezirk Imst

Bürgerbeteiligung: „Verkehrsproblem haben Ober- und Unterlängenfeld“

Der Termin des Bürgerbeteiligungsprozesses in Längenfeld wurde von „nur“ 50 Personen besucht. Ansätze gibt es beim eigenen Verhalten.

Moderatorin Marion Amort im direkten Austausch bei der Veranstaltung in Längenfeld.

© Alps MobilModeratorin Marion Amort im direkten Austausch bei der Veranstaltung in Längenfeld.



Längenfeld – „Das Einbeziehen der Bevölkerung und deren Ideen ist von entscheidender Bedeutung für das Gelingen des Projekts“, erklärte der Längenfelder Bürgermeister Richard Grüner bei der Begrüßung zum zweiten Termin des Bürgerbeteiligungsprozesses für die Mobilitätsstrategie „Ötztal 2030“.

Nach den Auftaktterminen in den einzelnen Ötztaler Gemeinden folgen auf Ortsebene weitere Zusammenkünfte, bei denen die Inhalte im Zusammenspiel mit Verkehrsexperten vertieft werden. „Dieser Prozess wird knapp ein Jahr dauern. Dinge, die schnell umsetzbar sind, werden natürlich schon früher realisiert“, erklärte Moderatorin Marion Amort. Einen Einblick in die Verkehrssituation im mittleren Ötztal gab Andreas Knapp, der die Mobilitätsstrategie „Ötztal 2030“ vorantreibt. „Besonders in Längenfeld und Sölden gibt es einen sehr hohen Anteil an Binnenfahrten. Das sind jene Strecken, bei denen Start und Ziel innerhalb der Gemeindegrenzen liegen“, so Knapp. Die Verkehrszählung für die Thermengemeinde ergab allein 6350 solcher Pkw-Fahrten an einem Tag.

Dass „nur“ 50 Längenfelder zu diesem Termin erschienen, wurde auf der Homepage von DynamOetz bereits kritisiert. „Ich war auch etwas überrascht – ich hätte mir mehr Publikum erwartet“, so BM Grüner. Allerdings hält er fest, dass die Verkehrsproblematik vor allem in Ober- und Unterlängenfeld spürbar sei. Dafür war er von den Inhalten der Gruppenarbeit und den Vorschlägen angetan.

Aus den Gruppenarbeiten resultierten Vorschläge und Ansätze.
Aus den Gruppenarbeiten resultierten Vorschläge und Ansätze.
- Alps Mobil

Diese Gruppenarbeiten nahmen den größten Teil des Abends ein. Die Bandbreite der Beiträge reichte vom selbstkritischen Hinterfragen bis hin zu Reaktionen auf talweite Einflussfaktoren in Sachen Verkehr. Auf Gemeindeebene wurde angeregt, mehr Strecken per Rad oder zu Fuß zurückzulegen, der freiwillige Verzicht auf das „Elterntaxi“ zu Schule und Kindergarten („wir geben viel für einen funktionierenden Schulbusverkehr aus“, so Grüner) oder Basisinfrastruktur wie Radständer zu schaffen. Als innovativer Ansatz wurden Ermäßigungen für Urlauber bei Online-Buchung genannt, die mit Bahn und Bus anreisen. Zur Sprache kam auch der Fokus auf regionales Einkaufen statt Online-Shopping.

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Ebenfalls deponiert wurde der Wunsch nach Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs sowie günstigeren Ticketpreisen für Einheimische, die den Umstieg attraktivieren.

Am Mittwoch, 13. November, folgt in Sautens um 19 Uhr im Feuerwehrhaus die nächste Veranstaltung für „Ötztal 2030“. (TT, pascal)




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