Letztes Update am Do, 04.01.2018 14:56

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sturm Burglind

Sturm in Skigebieten: Bäume auf Piste gestürzt, Lifte von Böe erfasst

Das Sturmtief Burglind zog am Mittwoch über Österreich hinweg. In Skigebieten kam es zu teils kuriosen und dramatischen Szenen.

© ZOOM.TIROLIn zahlreichen Tiroler Skigebieten wurden die Wintersportler in den Gondeln regelrecht hin- und hergewirbelt.



Innsbruck — Der Sturm Burglind hat Mittwoch auch Tirol und Vorarlberg erreicht und teilweise richtig heftig gewütet. Sturmböen von bis zu 140 km/h wurden gemessen, am Galzig in den Lechtaler Alpen gar knapp 156 km/h. Für die Bezirke Reutte und Landeck gab das Land Tirol bereits am Dienstag eine Sturmwarnung aus.

Bis kurz nach 14 Uhr verzeichnete die Messstelle am Galzig (2.079 Meter) mit 155,9 km/h die höchste Windspitze. Dahinter folgten der Brunnenkogel mit 137,5 km/h, der Feuerkogel und der Patscherkofel mit 109,1 bzw. 105,1 km/h.

Zahlreiche Seilbahnen mussten aufgrund der heftigen Böen schließen. Großteils nicht in Betrieb waren etwa die Bahnen am Stubaier Gletscher, auch am Arlberg sowie in den Tourismushochburgen Sölden und Ischgl kam es zu Ausfällen. In der Skiregion Serfaus-Fiss-Ladis ging der Seilbahnbetrieb hingegen fast ausnahmslos seinen gewohnten Gang.

In Kitzbühel legte Sturm Burglind am Nachmittag die Hornbahn lahm. Zahlreiche Wintersportler saßen in den Gondeln fest. Siehe auch: "Großeinsatz der Bergrettung nach Stillstand der Hornbahn in Kitzbühel"

Videos:

In manchen Skigebieten - unter anderem im Oberland - kam es zu kuriosen Szenen, wie zwei uns zugespielte Videos zeigen: Extrem pendelnde Liftsessel und Skifahrer, die an umgestürzten Bäumen und auf auf Pisten liegenden Ästen vorbeifahren, sind hier zu sehen.

Auch im Skigebiet Silvretta-Montafon haben Gäste gefilmt, wie ein Sessellift von einer Windböe erfasst und zum Schaukeln gebracht wurde.

Abgedeckte Häuser im Tannheimer Tal

In Tirol verzeichneten Polizei und Landeswarnzentrale ab Mittag zahlreiche "Burglind-Einsätze". Im Tannheimer Tal wurden zwischen 12 und 13.15 Uhr mehrere Bäume umgerissen und Hausdächer abgedeckt. Wegen der umgestürzten Bäume mussten die B 199 sowie eine Gemeindestraße kurzzeitig gesperrt werden.

Bei einem Haus wurden zuerst der Kamin und dann auch noch das Blechdach und etliche Dachplatten vom Sturm heruntergerissen. Bei einem weiteren Haus wurde das Vordach angehoben. Es flog über das Haus und landete auf einem daneben liegenden Parkplatz. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Die Höhe des entstandenen Sachschadens ist noch unbekannt.

Am Flughafen Innsbruck wurden keine gecancelten Flüge gemeldet. Flüge der anderen Art waren hingegen betroffen: Am Innsbrucker Bergisel wurde das Training der Skispringer für den dritten Bewerb der Vierschanzentournee um 30 Minuten verschoben worden. Der Grund war starker Wind.

Tauwetter und viel Regen am Donnerstag

Das Sturmtief „Burglind" wird rasch von einem weiteren kräftigen Tief abgelöst. Die Warmfront dieses Tiefs greift schon in der Nacht auf Donnerstag auf Vorarlberg und Tirol über. Am Donnerstag tagsüber muss man von Vorarlberg bis ins westliche Niederösterreich sowie in weiten Teilen der Obersteiermark mit anhaltendem, kräftigem Regen rechnen. Die Schneefallgrenze steigt dabei rasch auf 1.500 bis 2.000 m.

„In Summe kommen bis Freitagfrüh in diesen Regionen verbreitet 20 bis 40 Liter pro Quadratmeter zusammen, in den Staulagen, etwa im Arlberggebiet und im Außerfern, mitunter sogar deutlich mehr", so Spatzierer. „In Kombination mit der starken Schneeschmelze steigt allmählich die Hochwassergefahr an kleineren Bächen und Flüssen an, zudem besteht große Lawinengefahr."

Vergleichsweise wenig Regen gibt es von Osttirol bis ins Burgenland sowie im östlichen Flachland. In Osttirol und Kärnten kann es allerdings bis in manche Täler schneien. (TT.com, sami, raut)




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