Letztes Update am Do, 09.08.2018 06:56

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Hitzewelle

Heute bis zu 36 Grad, Innsbruck will „kühle Inseln“

Affenhitze und Föhn machen den Tirolern am Donnerstag zu schaffen, am Freitag ist dann Abkühlung in Sicht – kurz zumindest.

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Von Vanessa Grill

Innsbruck – Heiß, heißer am heißesten: Momentan wird ein Hitzerekord nach dem nächsten gebrochen. Doch es ist Abkühlung in Sicht. Am Donnerstag wird im Osten Österreichs – vor allem in Ober- und Niederösterreich – noch der bisherige Hitzehöhepunkt erwartet. Mit bis zu 38 Grad steht dort der heißeste Tag des Jahres bevor. Hochsommerlich, wenn nicht ganz so extrem, wird es heute noch in jedem Bundesland mit Temperaturen über der 30-Grad-Marke.

In Tirol sind im Unterland mit bis zu 36 Grad zu rechnen. Der Hitzerekord vom 31. Juli mit 36 Grad in Innsbruck werde aber wahrscheinlich nicht gebrochen, so Meteorologe Konstantin Brandes von der UBIMET. In der Landeshauptstadt steigt das Thermometer auf 35 Grad. Außerdem ist im Großraum Innsbruck mit 50 bis 60 km/h starkem Föhn zu rechnen, auf dem Patscherkofel sogar mit Sturmböen.

- Grafik: Ubimet

Kaltfront sorgt für 10 Grad kühlere Temperaturen

„In den Abendstunden ziehen dann von der Schweiz und Vorarlberg erste teils heftige Gewitter über Tirol“, erklärt der Wetterexperte. Vorboten für eine Kaltfront. Die Nacht auf Freitag ist nämlich von Regenschauern geprägt, die zwar im Laufe des Vormittag langsam abklingen, aber dennoch Temperaturen von maximal 21 bis 22 Grad hinterlassen.

Auch wenn es tagsüber also deutlich kälter ist als in den Tagen zuvor, kämpft sich ab Mittag schon wieder die Sonne durch. Im Lienzer Becken sind dann sogar bis zu 25 Grad möglich.

„Der Samstag wird wieder freundlicher mit einem Mix aus Sonne und Wolken“, verspricht Brandes. Die 25 Grad-Marke wird schon wieder in ganz Tirol geknackt.

Am Sonntag rücken dann erneut 30 Grad in Reichweite. Sonnenstunden lassen die Temperaturen im Inntal auf bis zu 31 Grad klettern. Am Nachmittag sind einzelne, aber harmlose Wärmegewitter möglich.

Am Montag bäumt sich der Hochsommer noch einmal auf und in Tirol sind 33 bis 34 Grad drin. „Die Hitze gibt allerdings nur ein kurzes Gastspiel. Am Donnerstag ist schon die nächste Kaltfront in Sicht“, so der Meteorologe.

Gute Nachrichten also für alle Hitzegeplagten: Es kommt die Zeit zum Durchlüften und Durchatmen.

Stadt setzt Maßnahmen gegen die Hitze

Ums wieder Durchatmen und nicht mehr unter der Hitze Stöhnen geht es auch Umweltstadträtin Uschi Schwarzl. Sie sieht die Temperaturrekorde in Innsbruck als „deutliches Alarmsignal“. „Wir müssen in Innsbruck die Folgen der Hitze bekämpfen und die Stadt abkühlen“, fordert Schwarzl Begrünungen von Fassaden, Rückgewinnung von Straßenraum für die Natur und Vorrang für Grünflächen vor Parkplätzen. Der Temperaturunterschied zwischen begrünten und nicht begrünten Straßenzügen sei an heißen Sommertagen zweistellig. Eine Expertengruppe soll bis Herbst erste Vorschläge für konkrete Fassadenbegrünungen erarbeiten. Das kühle haus- und straßenseitig, so die Umweltstadträtin.

Die Kosten für die Beibehaltung des Innsbrucker Temperaturniveaus belaufen sich laut Prognosen von 2014 des „Climate Change Centre Austria“ (CCCA) auf 100 Millionen Euro bis zum Jahr 2050.

Grünfläche vor Beton als klares Ziel

Neben den Maßnahmen zur Begrünung der Stadt setzt Schwarzl aber auch verstärkt auf Schadstoffreduzierung. Dazu zählen Tempolimit („Sicher 30“), das im Oktober auf der Tagesordnung des Gemeinderates steht und den Ausbau von Radwegen und des öffentlichen Verkehrs. Weniger als 50 Prozent der bei der Verbrennung von Treibstoffen gewonnen Energie gehe in die Motorleistung, der Rest sei unter anderem Abwärme, begründet die Stadt die klare Priorisierung Grünfläche vor Beton in einer Aussendung.


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