Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 24.11.2018


Wetter

Wettergipfel: Frau Holle lädt zur Audienz nach Ischgl

Hoch hinaus geht es kommende Woche für 35 Wetter-Experten von 30 TV-Stationen aus ganz Europa. Der Wettergipfel liefert einem Millionenpublikum Bilder von der Idalp und der Region in die Wohnzimmer.

© APA/Jan Hetfleisch



Von Nikolaus Paumgartten

Ischgl – Begonnen hat alles gegen Ende des Winters 2006. Schnee gab es damals im Februar im Tal schon längst keinen mehr, und auch die Berghänge konnten Wintersportler nicht mehr so recht begeistern. „Kaum jemand hatte noch Lust aufs Skifahren. Dabei hatten wir im Skigebiet die besten Pistenbedingungen bei traumhaftem Wetter“, erinnert sich Thomas Weninger, der damals für die Pressearbeit des Skigebietes Obergurgl/Hochgurgl verantwortlich war. Weninger griff zum Telefon und kontaktierte RTL-Wetterchef Christian Häckl. Dieser hatte familiäre Beziehungen nach Innsbruck und Tirols Landeshauptstadt außerdem als Student kennen gelernt. Weninger lud ihn nach Obergurgl ein, und einige Tage später zeichnete Häckl vor der malerischen Bergkulisse den Wetterbeitrag für eine Abendsendung auf. Rund fünf Millionen Zuseher kamen in den Genuss der Aufnahmen, „und am nächsten Tag sind die Telefone heiß gelaufen“, erinnert sich Weninger. Es war die Geburtsstunde des Wettergipfels.

Denn aus der Aktion wurde die Idee geboren, einmal im Jahr ein Treffen von Meteorologen, Wetterexperten und Wettermoderatoren in Tirol zu veranstalten. „Es handelt sich um eine klassische Win-win-Situation“, sagt Weninger: für die TV-Sender, die ihrem Publikum spektakuläre Außenaufnahmen bieten konnten und für die jeweilige Tourismusregion, die Gastgeber des Wettergipfels ist. Denn der Austragungsort, in dem die Wettermacherin Frau Holle zur Audienz bittet, wechselt in jedem Jahr. „Die Tirol Werbung weiß um den enormen Wert der Veranstaltung und unterstützt uns von der ersten Stunde an“, sagt Weninger. Im Laufe der Jahre ist der Wettergipfel stetig gewachsen: Waren bei der Premiere 2007 noch sieben TV-Stationen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz zu Gast, so werden es heuer in Ischgl 30 Stationen mit 35 Moderatorinnen und Moderatoren bzw. Meteorologinnen und Meteorologen sein. Vertreten sind neben den Ländern der ersten Stunde unter anderem auch die Niederlande, Polen, Tschechien und Schweden. Erstmals dabei sind heuer Griechenland, Rumänien und Spanien. Für die Veranstalter bedeutet das einen enormen Organisationsaufwand, immerhin gilt es nicht nur, die Live-Einstiege und Drehs zu koordinieren, sondern diese teilweise mit eigenen Kamerateams auch abzuwickeln. Neben Qyint, der Agentur Weningers, als Kopf und Vater des Wettergipfels, ist die Agentur Promedia für den reibungslosen Ablauf verantwortlich. Der Wettergipfel startet nächste Woche Donnerstag und dauert bis Samstag.

Traum vom weißen Weihnachtsfest

In einem Monat ist Weihnachten — und bereits jetzt stellen sich viele die Frage, ob es ein weißes Fest geben wird. Seriöse Prognosen sind laut Wetterdienst Ubimet frühestens erst Mitte Dezember möglich. Entscheidend für die Witterung im Winter ist die Stärke des Westwindbands über dem Atlantik und Europa: „Wenn das Westwindband stark ausgeprägt ist, erleben wir im Winter meist mildes Wetter und die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten ist gering", erklärt Chefmeteorologe Manfred Spatzierer. Der Jetstream ist in diesem Jahr über Europa allerdings ungewöhnlich schwach ausgeprägt, was stark negative Auswirkungen auf die mittelfristige Prognosesicherheit hat. Die Statistik spricht jedenfalls eher für grüne Weihnachten, weiße Weihnachten in den Niederungen sind generell selten. „In den meisten Landeshauptstädten liegt die Wahrscheinlichkeit für ein weißes Fest bei 10 bis 20 Prozent", so Spatzierer. Die besten Chancen auf mindestens einen Zentimeter Neuschnee haben Innsbruck und Klagenfurt mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 35 Prozent. Seit 1981 hat es in Tirols Landeshauptstadt 18-mal weiße Weihnachten gegeben — zuletzt im vergangenen Jahr.




Kommentieren


Schlagworte