Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 01.12.2018


Exklusiv

Gipfeltreffen der Wetterfrösche in Ischgl

In Ischgl fand diese Woche der Wettergipfel statt. 30 TV-Stationen aus ganz Europa haben ihre Wetter-Moderatoren nach Tirol geschickt, um von hier aus das Wetter zu machen.

© ProMedia Kommunikation/APA-FotosChristian Häckl und Eva Imhof beim Dreh auf der Idalp.



Von Nikolaus Paumgartten

Ischgl – Kein Sturm, kein Schneegestöber, keine Rekord-Minustemperaturen. Die Idalp präsentiert sich am Freitagvormittag von ihrer zahmen Seite. Zur Freude der Skifahrer, dafür aber etwas zum Leidwesen der Wetter-Moderatorinnen und -Moderatoren, denen die Bedingungen bei Außendrehs nicht extrem genug sein können. Kein Wunder – gilt es doch einem Millionenpublikum zu Hause in Deutschland, Holland, Tschechien, Spanien oder sogar Griechenland möglichst spektakuläre Bilder in die Wohnzimmer zu liefern. Bilder, von denen heuer vor allem die Tourismusregion Ischgl als Gastgeber des europäischen Wettergipfels profitieren soll. Es ist ein Event, das sich seit seiner Premiere 2007 zu einem jährlichen Höhepunkt der Wetterberichterstattung gemausert hat. Dieses Jahr sind 35 Wetter-Experten von 30 TV-Stationen nach Tirol gekommen, um von hier aus ihr Wetter zu machen.

„Das Licht könnte besser sein“, sind sich Regie und Kameraleute am Live-Set 1 auf der Idalp einig, denn die Sonn­e hat sich hinter einer dichten Wolkendecke versteckt. Nur gut, dass die Schönwetteraufnahmen und die Drohnenflüg­e für die Einspiel-Beiträge bereits in den Tagen zuvor abgedreht worden sind. Was nicht passt, wird passend gemacht, und die Beleuchter rücken mit ihren großen Scheinwerfern das Set ins rechte Licht. Während n-tv-Wetterexpertin Eva Imhof gerade einen Beitrag aufzeichnet, hat sich TV-Moderatorin Susanne Schöne vom Sender „Welt“ einen der begehrtesten Plätze am Set gesichert – jenen vor dem Heizstrahler. Hier wärmt sie sich auf und bereitet sich auf den Live-Einstieg um 9.55 Uhr vor.

An den Sets – ein zweites wurde am Pardatschgrat auf 2624 Metern Seehöhe eingerichtet – geben sich die TV-Leute die Klinke in die Hand – oder besser gesagt das Mikrophon. Kaum einer ist mit einem eigenen Kamerateam angereist, die meisten vertrauen auf das Know-how der Agentur ProMedia, die für die Produktionen am Wettergipfel verantwortlich ist. Sie koordiniert und überträgt nicht nur die über 40 Live-Schaltungen, sondern sorgt mit Licht- und Tontechnikern, Set-Assistenten und Grafikern für Wetterkarten für einen reibungslosen Ablauf sowie für individuell zugeschnittene Einspiel-Beiträge für die Fernsehstationen. „Wir sind hier schon ein eingespieltes Team und die Moderatoren wissen es sehr zu schätzen, dass wir die Technik und alles stellen“, sagt Produktionsleiter und ProMedia-Geschäftsführer Christian Jost. Der Tag beginnt für ihn und sein Team bereits um 3.30 Uhr – schließlich müssen die Sets für die Morgensendungen vorbereitet sein. Zufrieden damit, wie sich „sein“ Wettergipfel in den vergangenen elf Jahren entwickelt hat, ist Thomas Weninge­r. „Sogar die öffentlich-rechtlichen Sender wundern sich und loben uns dafür, wie wir das hier alles abwickeln“, freut sich der Vater der Veranstaltung, der 2007 den Gipfel der Wetterfrösche ins Leben gerufen hat.

Im Technikrau­m werden die Aufnahmen weiterverarbeitet.
- ProMedia Kommunikation/APA-Fotos

Eine Skigruppe aus dem Saarland hat sich von den Kameras und Leuchten anlocken lassen und etwas abseits Stellung bezogen. Als die Wintersportler Eva Imhof und RTL-Wetterchef Christian Häckl entdecken und zu sich rufen, stellen sich die beiden bereitwillig für ein paar Fotos zur Verfügung. Dann heißt es wieder Ruhe am Set und der nächste Dreh geht los.