Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 10.01.2019


Wetter

Schneemassen sorgen für Freud und Leid in Tiroler Skigebieten

Rundruf in den Tiroler Skigebieten: teilweise gesperrte Liftanlagen und Pisten, aber keine größeren Probleme.

In Hoch-Imst freut man sich über die Neuschneemengen.

© SchöpfIn Hoch-Imst freut man sich über die Neuschneemengen.



Innsbruck – „Das Wichtigste bei der derzeitigen Situation ist die Sicherheit der Personen und der Anlagen“, betont Josef Burger, Vorstand der Bergbahn Kitzbühel, „das Angebot ist derzeit absolut sekundär.“ Deshalb steht den Skihungrigen derzeit nur ein kleines Kernskigebiet am Hahnenkamm, in Jochberg an der Wagstättbahn und am Resterkogel zur Verfügung. Das Kitzbüheler Horn ist gesperrt. Täglich ist, wie überall sonst auch, die Lawinenkommision unterwegs, um die ­Lage einzuschätzen.

„Wir haben alles im Griff“, betont Toni Niederwieser von der Bergbahn Fieberbrunn. Auch hier sind einige Anlagen gesperrt, das Angebot beschränkt sich deshalb auf talnahe Lifte.

Im Tannheimer Tal ist die Lage noch entspannt. „Solche Winter sind doch eine echte Freude“, zeigt sich der Geschäftsführer der Tannheimer Bergbahnen, Wolfgang Moosbrugger, geradezu begeistert. Am Dienstag seien lediglich einzelne Liftanlagen wegen des Sturms stillgestanden.

In Ehrwald wurde in den letzten Tagen der Wind zum Spielverderber. Sturmböen zwangen der Tiroler Zugspitzbahn eine Pause auf. „Wir haben oben auf der Zugspitze sicher mehr als 2,5 Meter Neuschnee. Hinzu kommen enorme Windverfrachtungen“, lässt Bahnchef Franz Dengg wissen. Auch auf der Ehrwalder Alm standen die Anlagen still. Dengg ist aber guter Dinge, dass am Donnerstag wieder alles läuft.

„Keine Probleme!“, meldet Ludwig Schäffer vom Skigebiet Skijuwel Wildschönau-Alpbach, in Ischgl stehen 25 der 45 Anlagen: „Wir haben derzeit über 6000 Besucher im Skigebiet“, betont Silvrettaseilbahn-Vorstand Günther Zangerl. „Sicherheit steht an oberster Stelle.“ Die Situation sei aber keineswegs kritisch.

Seit Samstag ist die Straße nach Hochfügen wegen Lawinengefahr gesperrt. Der einzige Weg ins Tal führt über das Skigebiet Hochzillertal und Kaltenbach. Die eingeschlossenen Gäste, Einheimischen und Arbeiter sind aber gut versorgt. Es gibt genug Lebensmittel, auch ein Arzt ist in Hochfügen stationiert.

In der Skiwelt Wilder Kaiser standen gestern mehrmals Skilifte still, darunter auch die Gondelbahn von Hochsöll auf die Hohe Salve, wie der Geschäftsführer der Söller Bergbahnen, Walter Eisenmann, der TT mitteilte.

Gewaltige Schneemengen behindern auch in der Zillertal Arena Zell a. Z./Gerlos den Skibetrieb. Vor allem in der Wilden Krimml auf über 2500 Metern würden extreme Schneeverfrachtungen die Pistenpräparierung erschweren, heißt es, Bergstationen müssten regelrecht ausgeschaufelt werden. (TT)


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