Letztes Update am Mi, 15.07.2015 07:01

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wissen

Älteste Spermien der Welt in der Antarktis entdeckt

Die ältesten Spermien der Welt sind rund 50 Millionen Jahre alt. Hinterlassen hat sie ein Gürtelwurm in der Antarktis.

(Symbolfoto)

© iStock(Symbolfoto)



Stockholm – Die ältesten Spermien der Welt sind 50 Millionen Jahre alt. Sie wurden im versteinerten Kokon eines Gürtelwurms in der Antarktis entdeckt. Ihren Fund stellt die internationale Forschergruppe um Benjamin Bomfleur vom Naturhistorischen Museum in Stockholm in der Zeitschrift „Biology Letters“ der britischen Royal Society vor.

Die Forscher hatten im Elektronenmikroskop die Innenseite eines nur 1,5 Millimeter langen Bruchstücks eines Gürtelwurm-Kokons untersucht. Dabei entdeckten sie verschiedene Einschlüsse, zum Beispiel längliche eingedrehte Fäden und körnige Stäbchen mit peitschenartigem Schwanz. Es seien Einzelteile typischer Gürtelwurmspermien, erklären Bomfleur und seine Kollegen.

Schleimring mit Eiern und Spermien entsteht bei Paarung

Bekannte Vertreter der Gürtelwürmer (Clitellata) sind beispielsweise Regenwurm und Blutegel. An einem leicht verdickten Körperabschnitt - dem sogenannten Gürtel - sondern sie bei der Paarung einen Schleimring mit Eiern und Spermien ab. In diesem werden die Eier dann befruchtet. Es entsteht ein widerstandfähiger Kokon, der mit einer eiweißreichen Flüssigkeit gefüllt ist und so die Versorgung der Larven gewährleistet.

Während von den weichen Würmern und ihren kurzlebigen Spermien kaum Fossilien erhalten sind, finden sich immer wieder solche versteinerten Kokons. Die in der Kokonwand eingeschlossenen Spermien sind ein ganz besonderer Fund, berichten die Forscher. Er stammt aus Meeresablagerungen auf der Antarktischen Halbinsel, die für ihren Fossilienreichtum bekannt sind.

Im Tierreich stammten die mit etwa 40 Millionen Jahren bisher ältesten bekannten Spermien von einem in Bernstein eingeschlossenen Springschwanz. Die nun gefundenen Wurmspermien ähneln denen heute lebender Gürtelwürmer, die als Symbionten auf Krebsen leben. Bomfleur und seine Kollegen erhoffen sich neue Erkenntnisse über die Evolution solcher weichhäutiger Kleinstlebewesen, wenn auch andere versteinerte Kokons genau untersucht werden. (APA/dpa)


Mehr Artikel aus dieser Kategorie

Neil Armstrong machte auf dem Mond dieses Foto von Buzz Aldrin.Mondlandung
Mondlandung

50 Jahre nach Apollo-11-Landung: Mond fasziniert noch immer

Am Sonntag vor 50 Jahren, am 21. Juli 1969, betraten die ersten Menschen den Mond. Wer war live vor dem TV dabei? Wirkt sich der Mond auf Geburten aus? Vier ...

US-Astronaut Buzz Aldrin als zweiter Mann auf dem Mond.Faktencheck
Faktencheck

Nach 50 Jahren noch Zweifel: Mondlandung echt oder fake?

Um die erste Mondlandung ranken sich viele Mythen. Auch nach 50 Jahren bezweifeln Verschwörungstheoretiker noch, dass Menschen auf dem Erdtrabanten waren. Di ...

Zum 50. Jahrestag der Mondlandung startete das Sojus-Raumschiff MS-13 mit drei Astronauten an Bord ins All.Raumfahrt
Raumfahrt

Im Zeichen der Mondlandung: Drei Raumfahrer reisen zur ISS

Die Reise zum Mond war einmal ein großer Sprung für die Menschheit. Der Flug zur Internationalen Raumstation ist inzwischen schon Routine. Drei Raumfahrer ha ...

Das Spaceshuttle Challenger bei seinem Start im Januar 1986. 72 Sekunden später explodierte die Raumfähre.50 Jahre Mondlandung
50 Jahre Mondlandung

Mit dem Leben bezahlt: Diese Missionen ins All gingen schief

Spaziergänge auf dem Mond, Touristen im All, eine Raumstationen im Orbit der Erde — Fantastisches hat die Menschheit schon erreicht. Doch in ihrem Ehrgeiz, u ...

Reichsmarschall Hermann Göring (helle Uniform) und der Chef der "Kanzlei des Führers", Martin Bormann (l.), begutachten die Zerstörung im Raum der Karten-Baracke in Rastenburg, wo Stauffenberg am 20. Juli 1944 eine Sprengladung zündete.NS-Widerstand
NS-Widerstand

Stauffenberg-Attentat auf Hitler jährt sich zum 75. Mal

Eine Gruppe hochrangiger Offiziere wollte am 20. Juli 1944 Adolf Hitler in seinem ostpreußischen Hauptquartier töten, um dann in Berlin einen Militärputsch d ...

Weitere Artikel aus der Kategorie »