Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 17.10.2015


Umhausen

Raketenforscher lieferte Geologen den Hinweis

Der Köfler Bergsturz gibt seit jeher Rätsel auf. Untersuchungen bestätigten nun die Theorie des Raketentechnikers Mark Hempsell.

© Ploder



Von Thomas Ploder

Umhausen – Bereits 2011 stellte der britische Industrielle Mark Hempsell im Rahmen des öffentlichen Abendvortrags beim Geoforum Umhausen seine Theorie über die Ursache des Köfler Bergsturzes vor. Der Raketenforscher und Astronom beschrieb seine Theorie, die in geringer Höhe über dem Boden erfolgte Explosion eines Meteoriten hätte dieses Ereignis ausgelöst, umfassend in einer eigenen Publikation, in der er auch die Gründe seiner Annahmen durch Fakten untermauerte. Unter Geologen stieß er damit allerdings auf wenig Akzeptanz, die Experten beriefen sich auf die Ergebnisse von Beobachtungen und Untersuchungen, mit denen sie ihrerseits anders lautende Thesen zu beweisen versuchten. Wie Landesgeologe Gunther Heißel im Rahmen des Abendvortrags des diesjährigen Geoforums erklärte, war die tatsächliche Ursache bisher nicht zweifelsfrei nachgewiesen, der „Täter im Kriminalfall Bergsturz noch nicht ermittelt“. Neben einem Himmelskörper als Auslöser dieses Ereignisses wurden bisher auch ein Vulkanausbruch und ein klassischer Bergsturz erheblichen Umfangs von den Experten als plausibel betrachtet.

Das Team von Landesgeologe Gunther Heißel (l.) hat die Theorie des Raketenforschers Mark Hempsell (r.) zu den Köfler Bergstürzen bestätigt.
- Ploder

Unter enormem Einsatz begann im März dieses Jahres die Abteilung Landesgeologie mit intensiven Forschungen rund um die Hintergründe des Köfler Bergsturzes. Neben den Landesgeologen Gunther Heißel, Petra Nittel-Gärtner und Peter Puschnik arbeitete der freischaffende Geologe Wolfram Mostler an der Detailuntersuchung des Bergsturzgebietes mit. „Wir haben noch lange nicht alles ausgewertet, deshalb kann ich einzelne Detailfragen derzeit auch noch nicht beantworten“, betonte Gunther Heißel, „im Vergleich ist der Zeitraum von März bis heute enorm kurz, wir wollten aber dennoch die bereits feststehenden Ergebnisse unserer Arbeit beim Geoforum präsentieren.“ Die vorliegenden Daten widerlegten zweifelsfrei die Theorien, dass ein großer Bergsturz oder ein Vulkanausbruch den Köfler Bergsturz ausgelöst haben könnte. Hingegen unterstreichen zahlreiche andere Fakten die Wahrscheinlichkeit der Explosion eines Himmelskörpers. Unter anderem existiert nur in diesem räumlich eng begrenzten Bereich eine aschegraue, nicht bodenbildende Schicht, die sich auf gleichbleibender Höhe durchzieht und in keinem Zusammenhang mit den umgebenden Gesteinsschichten steht. Durch die Kombination aller verfügbaren Daten und Fakten, die Nachweise für den Ausschluss anderer Theorien und die widerspruchsfreien Beweise für die Wahrscheinlichkeit der Explosion eines Himmelskörpers als Ursache hat das Team der Tiroler Landesgeologie das Rätsel des Köfler Bergsturzes gelöst.