Letztes Update am Fr, 26.02.2016 11:39

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Sensationsfund in Innsbruck: Mittelalterliche Brücke entdeckt

Mehr als 500 Jahre dürfte die Brücke alt sein, die bei den Bauarbeiten nahe der Altstadtbrücke diese Woche ausgegraben wurde. Nun soll der „Schatz der Stadtgeschichte“ gehoben werden.

© Andreas Rottensteiner / TTEin Stück Innsbrucker Stadtgeschichte kam bei IKB-Bauarbeiten ans Tageslicht.



Innsbruck – Am Montag brachten Bauarbeiten nahe der Altstadtbrücke einen archäologischen Schatz ans Tageslicht: Beim Aushub für den neuen Kanal stießen die Arbeiter plötzlich auf Teile einer alten Innbrücke. Sie stammt vermutlich aus dem 15./16. Jahrhundert.

Archäologin Maria Bader zeigt Innsbrucks Vizebürgermeisterin Sonja Pitscheider und IKB-Vorstandschef Harald Schneider den historischen Fund.
- Andreas Rottensteiner / TT

Immer wieder werden archäologische Funde bei Leitungsarbeiten oder -sanierungen gemacht. „Dieses Mal aber dürfte es sich um das bislang älteste Relikt handeln, das wir bei Bautätigkeiten jemals zu Tage gefördert haben. Um diesen Schatz der Stadtgeschichte zu heben, muss die Baustelle nun vorübergehend stillstehen“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Innsbrucker Kommunalbetriebe (IKB), Harald Schneider, am Freitag.

In Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt sind bereits Archäologinnen der Firma Talpa vor Ort und dokumentieren den Fund. Dieser hat durchaus eine große Bedeutung. Bildliche Quellen zeigen ein gutes Bild, wie die größtenteils geschleifte Stadtbefestigung Innsbrucks 1765 aussah, berichtete Johannes Pöll vom Bundesdenkmalamt in einer Aussendung. „Die im Boden erhaltenen archäologischen Überreste bieten aber immer wieder ein differenziertes Bild, das die baulichen Veränderungen im Laufe der Jahrhunderte dokumentiert.“

Die Kanal-Baustelle zum so genannten „Sammler West“ wird nun vorübergehend ruhen, um das Widerlager der Brücke freizulegen. „Für die Stadt Innsbruck ist es ein wertvoller Blick in die Vergangenheit. Wir werden dafür sorgen, dass die historischen Relikte eine würdige neue Heimat finden, die für alle zugänglich sein wird“, verspricht Innsbrucks Stadtarchivar Lukas Morscher. (TT.com)