Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 09.09.2017


Exklusiv

Schwazer Know-how für den Mars

Ab 8. Februar simuliert das Österreichische Weltraum Forum im Oman die Marslandung. Mit dabei: ein „Mars-Mobil“ aus Tirol.

© De MoorTest-Astronautin Carmen Köhler checkt das „Mars-Mobil“.



Innsbruck – Sie seien wohl schon zu alt, um selbst einen Fuß auf den roten Planeten zu setzen. „Jener Mensch, der als Erster auf dem Mars landen wird, dürfte aber schon geboren sein“, sagen Gernot Grömer und Carmen Köhler optimistisch. Grömer ist Obmann des Österreichischen Weltraum Forums (ÖWF), Köhler Test-Astronautin. Ab 8. Februar werden sie im Oman eine Marslandung simulieren.

Technik, Arbeitsabläufe, Ernährung, psychologische Belastbarkeit – all das soll in der arabischen Wüste für den Ernstfall getestet werden. „Wir lernen das Krabbeln, damit andere laufen können“, bricht bei Grömer der Idealist durch. Mit dabei bei der insgesamt elften „Amadee“-Mission – so heißt das Mars-Test-Programm des ÖWF – wird auch Tiroler Know-how sein: Mit dem elektrisch betriebene Raupenfahrzeug „Ziesel“, entwickelt und gebaut von der Schwazer Firma Mattro, sollen die 15 Test-Astronauten durch die Dünen düsen. Außerdem wird der einmonatige Einsatz in Innsbruck, wo das ÖWF sein Büro unterhält, koordiniert.

200 Forscher, Ingenieure und Enthusiasten aus 25 Nationen beteiligen sich an der Simulation im Oman. „Eigentlich gibt es auf der Erde keine perfekte Stelle, um die Bedingungen auf dem Mars richtig nachzustellen. Jene in der Wüste von Dhofar kommen der Realität aber schon ziemlich nahe“, erklärt Grömer den Hauptgrund, wa­rum man sich für den Oman als Testgelände entschieden habe. Weltweite Aufmerksamkeit erregte das ÖWF vor zwei Jahren, als man am Kaunertaler Gletscher Anzüge für eine Mars-Mission getestet hat.

Die Deutsche Köhler ist hauptberuflich Wissenschafterin und begeistert von den „Mars-Mobilen“ aus Schwaz: „Wichtige Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine werden hier getestet. Wir kommen dem Mars ein gutes Stück näher.“ (bfk)