Letztes Update am Mi, 31.01.2018 11:31

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ägypten

Geheimnis um Tutanchamun-Grab: Forscher machen neuen Anlauf

Es wäre eine archäologische Sensation: Gibt es verborgene Räume im weltberühmten Grab Tutanchamuns in Luxor? Wissenschaftler gehen erneut auf die Suche.

Totenmaske von Tutanchamun.

© dpaTotenmaske von Tutanchamun.



Luxor – Ein italienisches Forscherteam will in den kommenden Tagen das Geheimnis um die Grabkammer des ägyptischen Pharaos Tutanchamun lüften. Von Mittwoch an dürfen Wissenschafter der Polytechnischen Universität in Turin zusammen mit weiteren Experten Radarmessungen in der 1922 entdeckten Grabkammer des Kindkönigs (um 1330 v. Chr.) durchführen, wie die Hochschule mitteilte. Diese sollen Aufschluss über eine Theorie des britischen Ägyptologen Nicholas Reeves bringen, um die es nach einem anfänglichen Hype ruhig geworden war.

Neue Messungen als letzte Chance

Reeves war 2015 mit der Theorie weiterer Kammern im Grab des Tutanchamun im Tal der Könige im ägyptischen Luxor an die Öffentlichkeit getreten. Sein Aufsatz über Linienstrukturen in zwei Wänden sorgte weltweit für Aufsehen. Reeves erkannte in ihnen vermauerte Durchgänge. Er spekulierte sogar, dass sich das bislang unentdeckte Grab der Nofretete hinter der Nordwand befinden könnte. Alleine die Entdeckung weiterer Kammern allerdings wäre schon eine archäologische Sensation.

Doch nach dem monatelangen Hype um die möglichen neuen Kammern im berühmten Grab mit der Kennziffer KV62 kehrte Ernüchterung ein. Erste, vielversprechende Radaraufnahmen eines japanischen Experten wurden bei folgenden Scans nicht bestätigt. Geophysiker Dean Goodman sagte dem Magazin „National Geographic“: „Wenn wir einen Hohlraum hätten, müsse es eine starke Reflexion geben“. Diese gebe es aber schlicht und einfach nicht.

Die neuen Messungen des italienischen Teams sind nun vielleicht die letzte Chance, um Reeves‘ Theorie doch noch einmal Leben einzuhauchen. Dem Chef des Forscherteams, Franco Porcelli, zufolge werden für die Aufnahmen bis zum 6. Februar drei verschiedene Radarsysteme der neuesten Art eingesetzt. Damit könnten versteckte Strukturen im Umfeld des Grabes – oder ihre Abwesenheit – mit einer Sicherheit von 99 Prozent aufgespürt werden. Die Auswertung der Bilder könnte Wochen bis Monate dauern. (Benno Schwinghammer, dpa)

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