Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 17.08.2018


Bezirk Landeck

Kaunertal wehrte sich gegen Maximilians Jagdverbote

Das Ischgler Mathias-Schmid-Museum hat bereits Ausstellung zum Maximilianjahr 2019 vorbereitet. Der letzte Ritter erzürnte Bauern.

© CimarolliKaiser Maximilian (um 1500) sitzt erschöpft im Kloster Valduna und lässt sich Wein von den Klosterfrauen servieren. Das Gemälde aus dem Jahr 1870 schuf der Paznauner Maler Mathias Schmid.Foto: Mathias-Schmid-Museum



Ischgl, Landeck, Nauders, Kaunertal – Nicht nur in der Landeshauptstadt, auch an drei Schauplätzen im Bezirk Landeck soll das vom Land Tirol ausgerufene Maximilianjahr 2019 gefeiert werden: Auf Schloss Landeck und in der historischen Wehranlage Altfinstermünz (Nauders) sind Aufführungen des Musikfestivals „Die sieben Leben des Maximilian“ geplant.

Im Ischgler Mathias-Schmid-Museum kann Hausherr Erwin Cimarolli ebenfalls ein Wörtchen zum Jubiläumsjahr mitreden. Er eröffnet bereits am 6. Oktober 2018 (Lange Nacht der Museen) eine Ausstellung in Wort und Bild zum Thema Kaiser Maximilian I. (1459–1519).

Blickfang ist das großformatige Gemälde „Kaiser Maximilian I. im Kloster Valduna“ von Mathias Schmid. Es zeigt den Kaiser in dem Kloster bei Feldkirch, wo er sich nach einer Schlacht (um 1500) gegen die Eidgenossen erholt. Der Sage nach soll der Kaiser einen Schoppen Wein bestellt haben. Der Rebensaft habe ihm trotz minderer Qualität so gut geschmeckt, dass er nach mehreren Gläsern beim Abschied leicht betrunken war. „Überliefert ist die Physiognomie von Maximilian vor allem durch die Bildnisse Albrecht Dürers“, weiß Cimarolli, der die Ausstellung aus Eigeninitiative vorbereitet hat. Weil Dürers Holzschnitt mit 1519 datiert ist und sich die Episode im Kloster aber um 1500 zugetragen hat, musste ihn Schmid verjüngen. Der große Paznauner Maler hatte den Kaiser zunächst in seinem Skizzenbuch porträtiert.

Zudem hat Cimarolli interessante Textdokumente aus der Ära des letzten Ritters entstaubt, etwa das Dekret zum Mautrecht und zur Weg­erhaltung im Fimbatal sowie die Einteilung der Ischgler Jagdreviere – nachzulesen in Maximilians Jagdbuch.

Erzürnt hatte Maximilian die Bauern im Kaunertal. Er betrachtete die Kaunergrat-Berge als sein privates Revier und verbot den Bauern die Jagd. Womit er ihnen zumindest einen Teil ihrer Lebensgrundlage entzogen hatte. Der Sage nach, aufgezeichnet von Dekan Johann Lorenz (1871–1946), wehrte sich vor allem der berühmt-berüchtigte Wilderer „Wiesejaggl“, der sich gegen die menschliche und auch die göttliche Autorität aufgelehnt hatte.

Laut Kulturlandesrätin Beate Palfrader soll sich das Maximilianjahr nicht nur in die Vergangenheit richten, sondern auch Gegenwart und Zukunft thematisieren. (hwe)