Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 08.12.2018


Bezirk Landeck

Sternwarte Venet: Paradies für Sterngucker ab Sommer

Ab der nächsten Sommersaison soll der Venet zahlreiche Hobby-Astronomen anziehen. Eine Sternwarte ist in Vorbereitung.

Ab dem Sommer soll die kleine Sternwarte am Krahberg in Betrieb gehen.

© ReichleAb dem Sommer soll die kleine Sternwarte am Krahberg in Betrieb gehen.



Von Matthias Reichle

Landeck, Zams — Venet-Vorstand Werner Millinger wagt einen Blick in die Sterne. Seine Prognose: „Wir wollen das Observatorium bis Juli 2019 eröffnen. Wenn wieder schneefrei ist, möchten wir bauen." Die Sternwarte am Krahberg ist das neueste Projekt der Venet Bergbahnen AG. Während derzeit die Vorbereitungen für den Saisonstart auf Hochtouren laufen, haben im Hintergrund auch die Planungen der Attraktion begonnen. Ab Jänner geht man in die Ausschreibung.

Kürzlich gab der Interregrat grünes Licht für die Förderung der 150.000-Euro-Investition, die künftig interessierten Hobby-Astronomen die Himmelskörper im wahrsten Sinne näher bringen soll. 60 Prozent des Geldes fließen aus dem Interregprogramm Italien-Österreich. Träger des Mittelprojekts, das gemeinsam mit Vintschgauer Partnern abgewickelt wird, ist der Tourismusverband TirolWest.

„Die Sternwarte wird nicht wissenschaftlich aufgebaut, wir wollen ein breites Publikum ansprechen", so Millinger. „Sie ist für den Ottonormalverbraucher gedacht, der sein Sternbild anschauen oder die Planeten beobachten will." Geplant sind laut dem Vorstand zwei Tele­skope: eines zur Sonnenbeobachtung untertags, eines für die Sterne. Ein Aspekt ist, dass Hobby-Astronomen an Tagen, an denen die Bahn steht, das Teleskop stundenweise anmieten können. Sie steuern es dann von daheim aus am PC, wohin auch die Bilder übertragen werden, so Millinger. Ansonsten setzt man auf Events, Foto-Workshops und Führungen. Derzeit sucht man noch nach Interessierten, die sich im Rahmen des Projekts zu Sternen-Guides ausbilden lassen, Führungen machen und die Anlage betreuen.

Gebaut wird die Sternwarte in der Nähe der Bergstation Venet-Süd auf Fließer Grund. In seiner letzten Sitzung fasste der Fließer Gemeinderat die nötigen Grundsatzbeschlüsse. Die Widmung ist in Vorbereitung, ein Baurechtsvertrag wird ausgearbeitet, erklärt Bürgermeister Hans-Peter Bock.

Im Landecker Gemeinderat sorgt der Venet derzeit aus anderen Gründen für Turbulenzen. Wie berichtet, ist Stadtrat Roland König (FPÖ) als Überprüfungsausschussobmann zurückgetreten. Grund sei, dass der Ausschuss zu wenige Informationen zum laufenden Betrieb bekommen würde. Der Stadtgemeinde gehören 46,21 Prozent des Unternehmens.

Die Aufgabe des Ausschusses sei es, Geldflüsse zu kontrollieren, betont SPÖ-Fraktionschef Manfred Jenewein. „Wir wollen keine Betriebsgeheimnisse wissen. Sich hinter Paragrafen zu verstecken, halte ich für eine Ausrede." Jenewein fordert dazu auch Businesspläne für die neuen Projekte ein.

Dass es diese Businesspläne gibt, sei sicher, betont Millinger. Und die seien nicht nur dem Aufsichtsrat, sondern auch in einer Zusammenfassung den Gemeinderäten präsentiert worden. Das Aktienrecht gebe den Rahmen vor, welche Informationen nach außen dürfen. Zuletzt habe es Anfang November eine informelle Sitzung mit den Gemeinderäten gegeben. Als öffentliches Unternehmen habe man nichts zu verbergen.