Letztes Update am Do, 07.03.2019 10:32

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Raumfahrt

Loch in der ISS: Russland will Überwachungskameras anbringen

Die russische Raumfahrtbehörde zieht Konsequenzen aus einem mysteriösen Leck in einer an der ISS angedockten Sojus-Raumkapsel und lässt Überwachungskameras installieren. Was genau damit gefilmt werden soll, ist unklar.

Die internationale Raumstation ISS.

© AFPDie internationale Raumstation ISS.



Moskau – Im russischen Teil der Internationalen Raumstation ISS sollen Überwachungskameras angebracht werden. Russlands Raumfahrtbehörde Roskosmos zieht damit Konsequenzen aus einem mysteriösen Leck in einer an der ISS angedockten Sojus-Raumkapsel.

Es gebe die Anordnung, Überwachungskameras zu installieren, sagte ein Roskosmos-Sprecher nach Berichten russischer Medien. Ein Raumfahrer müsse noch für diese Arbeiten geschult und die Ausrüstung dafür bestellt werden. „Das geht nicht über Nacht.“ Zunächst gab es keine Angaben dazu, was genau mit den neuen Kameras überwacht werden soll. Auch jetzt werden die Astronauten schon bei ihrer Arbeit gefilmt.

Das Loch war Ende August vergangenen Jahres festgestellt worden. Es gab einen Druckabfall. Der Vorfall hatte Anlass zu Spekulationen gegeben, etwa über Sabotage. Eine Version lautete, ein ISS-Besatzungsmitglied habe das Loch absichtlich gebohrt, damit der Rückflug früher stattfinde als geplant. Allerdings wurde auch spekuliert, ein Techniker auf der Erde sei mit einem Bohrer abgerutscht und habe das Leck dann heimlich abgedichtet. Alle Spekulationen wurden aber offiziell dementiert.

Leck abgedichtet, Ursache unklar

Das Leck wurde erfolgreich abgedichtet, die Ursache ist aber noch unklar. Zwei Kosmonauten hatten Anfang Dezember bei einem Außeneinsatz die betroffene Stelle untersucht. Der deutsche Astronaut Alexander Gerst brachte mit seinen Kollegen vor Weihnachten Proben aus der Raumkapsel zur Erde mit.

Experten hoffen, damit die Ursache klären zu können. Nach Angaben von Roskosmos ist die Untersuchung noch nicht abgeschlossen. Auch seine Behörde warte auf die Ergebnisse, erklärte der Sprecher. Sollten sie vorliegen, werde man darüber informieren. Das Leck befand sich Roskosmos zufolge in einem Modul, das während der Landung abgekoppelt wurde und verglühte. (APA/dpa)