Letztes Update am Do, 27.06.2019 16:01

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wissen

3,5 Meter groß, 450 Kilo schwer: Forscher entdecken riesigen Urzeit-Vogel

Beim Bau einer Autobahn auf der Krim wird ein Höhlennetz entdeckt, in dem Forscher auf die Fossilien vieler Urzeit-Tiere stoßen. Besonders spektakulär ist der Fund eines gigantischen Vogels, dessen Existenz Wissenschafter bislang nicht auf der Nordhalbkugel vermuteten.

Ob es sich bei dem Tier um einen Strauß oder einen anderen Vogel handelt, müssen die Wissenschafter noch klären.

© dpaOb es sich bei dem Tier um einen Strauß oder einen anderen Vogel handelt, müssen die Wissenschafter noch klären.



Kiew – Forscher haben auf der Halbinsel Krim am Schwarzen Meer Überreste eines riesigen frühzeitlichen Vogels entdeckt. Das straußenähnliche Tier sei mindestens 3,5 Meter groß gewesen und habe schätzungsweise 450 Kilogramm gewogen, erläuterten Experten von der Russischen Akademie der Wissenschaften. Das sei fast dreimal so schwer wie ein heute lebender Afrikanischer Strauß. „Es ist das erste Mal, dass ein Vogel dieser Größe irgendwo auf der Nordhalbkugel entdeckt wurde.“ Bislang sei angenommen worden, dass es sie nur auf Inselgruppen um Madagaskar, in Neuseeland und Australien gab. „Wir haben noch nicht genug Daten, um zu sagen, ob es sich um einen Strauß oder anderen Vogel handelt“, sagte der Hauptautor der Studie, Nikita Selenkow.

Seine Erkenntnisse zum Fund von Knochen in einer Höhle im Norden der Halbinsel veröffentlichte der Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of Vertebrate Paleontology. In der Studie widmen sich die Forscher dem am besten erhaltenen Teil, einem Oberschenkelknochen. „Der Knochen wurde letztes Jahr gefunden und ist vermutlich 1,8 Millionen Jahre alt“, sagte Selenkow. Da dieser in der Höhle entdeckt wurde, könne man definitiv sagen, dass der Vogel auf der Krim gelebt habe. „In unserer Arbeit zeigen wir, dass diese Riesenvögel wahrscheinlich in Osteuropa weit verbreitet waren.“ Sie konnten zwar vielleicht nicht fliegen, seien dafür aber schnell gewesen, erläuterte der Forscher.

Den Fund verdanken die Forscher wohl dem Bau einer Autobahn auf der Krim. Erst beim Bau der Straße im vergangenen Jahr wurde das Höhlennetz entdeckt, in dem nun das Fossil gefunden wurde. Zudem sei man auch auf die Fossilien massiver Fleischfresser gestoßen. Darunter sind der Untersuchung zufolge Riesen-Geparden, Riesen-Hyänen und Säbelzahnkatzen gewesen, die nach Einschätzung der Wissenschaftler Mammuts jagen konnten. (dpa)

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