Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 24.10.2019


Osttirol

Aguntum feiert 25 Jahre mit neuem Café und Infostelle

Der Betreiberverein der Osttiroler Römerstadt bietet Gästen ab sofort nicht nur Archäologisches, sondern auch moderne Infrastruktur.

In den vergangenen 25 Jahren hat sich der Verein „Curatorium pro Agunto“ für die Ausgrabungen in der Osttiroler Römerstadt starkgemacht.

© Christoph BlassnigIn den vergangenen 25 Jahren hat sich der Verein „Curatorium pro Agunto“ für die Ausgrabungen in der Osttiroler Römerstadt starkgemacht.



Von Catharina Oblasser

Dölsach – Es ist die einzige Römerstadt Tirols: Aguntum, gelegen in der Gemeinde Döls­ach nahe Lienz. In den ersten Jahrhunderten nach Christus war die Siedlung ein wichtiges wirtschaftliches Zentrum. Heute bieten die Überreste der Stadt den Archäologen ein reiches Betätigungsfeld. Jeden Sommer fördern Ausgrabungen weitere Spuren der Antike zu Tage. So fand man unter anderem Reste eines großen Versammlungssaals, eines Tempels, der Stadtmauer und eines „Macellums“, das eine kleine Markthalle gewesen sein dürfte. All das ist heute Teil eines „Archäologischen Parks“, der 30.000 Quadratmeter umfasst und besichtigt werden kann. Auch ein Museum gehört zur Anlage. Es zeigt auf mehr als 1000 Quadratmetern Fläche Fundstücke aus dem Alltag der damaligen Bewohner von Aguntum.

Eigentümer und Betreiber des Archäologischen Parks und des Museums ist der Verein „Curatorium pro Agunto“ mit Obmann Leo Gomig. Seit 25 Jahren bemüht sich der Verein erfolgreich um Geld und Unterstützung für die Römerstadt: beim Land, beim Bundesdenkmalamt, bei der Landesgedächtnisstiftung. Erst in der Oktober-Sitzung hatte der Landtag 500.000 Euro für das neue Café-Restaurant, die Infostelle und das Wegesystem im Archäologischen Park zugesagt.

„Die Infoecke soll die erste Anlaufstelle für unsere Besucher sein“, schildert Aguntum-Geschäftsführer Manfred Hainzl. „Sie befindet sich im selben Gebäude wie das neue Café-Restaurant und bietet einen Überblick über das Angebot im Archäologischen Park und im Museum.“ Die Wege, die entlang der Ausgrabungen führen, sind verbessert und ausgebaut worden, sodass der Park mit einem Kinderwagen begehbar ist, sagt Hainzl.

Gestern wurde der 25. Geburtstag des Vereins „Curatorium pro Agunto“ gefeiert, Ehrengast war Altlandeshauptmann Herwig van Staa. Er würdigte den langjährigen Obmann: „Ohne Leo Gomig würde es Agun­tum in dieser Form nicht geben.“