Letztes Update am Sa, 07.10.2017 15:54

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EU

Migration: Merkel fordert Abkommen mit nordafrikanischen Ländern

Vorbild sei das Abkommen mit der Türkei, sagte die CDU-Vorsitzende am Samstag auf dem Deutschlandtag der Jungen Union in Dresden.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel.

© REUTERSDie deutsche Kanzlerin Angela Merkel.



Dresden – Die EU muss nach Ansicht der deutschen Kanzlerin Angela Merkel Migrationsabkommen mit allen nordafrikanischen Ländern schließen – ungeachtet der politischen Systeme dort. Vorbild sei das Abkommen mit der Türkei, sagte die CDU-Vorsitzende am Samstag auf dem Deutschlandtag der Jungen Union in Dresden.

Merkel forderte vor den anstehenden Sondierungsgesprächen mit FDP und Grünen zudem mehr Realismus. „Da werden wir mit Politikern zusammenarbeiten müssen, die entsprechen nicht zu 100 Prozent – und manchmal zu weit weniger – unserem Verständnis von Demokratie“, sagte sie. „Aber wir können nicht alles haben.“ Ansonsten werde der Versuch, die Migration nach Europa zu steuern, schwierig.

Abkommen mit der Türkei verteidigt

Merkel verteidigte zudem das Abkommen mit der Türkei. Die deutsche Union habe selbst zum Unverständnis in der Bevölkerung beigetragen, weil das Abkommen sofort kritisiert worden sei. Dieses sei aber auch im Interesse der Flüchtlinge notwendig, um die Migration nach Europa zu ordnen und zu steuern. Es gebe keine Abhängigkeit von der Türkei. Vielmehr würden Menschenrechtsverletzungen dort weiter kritisiert.

Seit der Schließung der Balkanroute kommen die meisten Flüchtlinge und Migranten über Nordafrika nach Europa. Die meisten von ihnen landen in Italien. (APA/Reuters)