Letztes Update am Mo, 09.07.2018 13:25

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Frankreich

Katalonien: Sanchez empfängt erstmals Separatistenchef Torra

Sanchez empfing Torra am Montag im Madrider Regierungspalast mit dem erklärten Ziel einer Annäherung beider Seiten.

© REUTERSDer spanische Ministerpräsident Pedro Sanchez und der separatistische Regionalpräsident der Region Katalonien, Joaquim Torra.



Barcelona, Madrid – Der spanische Ministerpräsident Pedro Sanchez und der separatistische Regionalpräsident der Region Katalonien, Joaquim Torra, haben sich erstmals getroffen. Sanchez empfing Torra am Montag im Madrider Regierungspalast mit dem erklärten Ziel einer Annäherung beider Seiten.

Man sei entschlossen, „erste Schritte zu machen, um Spanien zur Normalität zurückzuführen“, schrieb Sanchez auf Twitter. Man bestehe weiterhin auf die Achtung der Verfassung, hoffe aber, dass der Dialog zur Verständigung führen werde.

Nach Medienberichten will der Sozialistenführer der Regierung in Barcelona eine Serie von Wirtschafts- und Sozialmaßnahmen anbieten. Der Möglichkeit einer Trennung der Region von Spanien wolle er aber eine Absage erteilen, hieß es. Torra schrieb auf Twitter, er sei auf die Lösung gespannt, die sich Sanchez für die „schlimme Lage“ vorstelle, die „der spanische Staat in Katalonien geschaffen hat“.

Rajoy am 1. Juni zu Fall gebracht

Die beiden Regierungschefs sind seit kurzer Zeit im Amt. Sanchez hatte seinen konservativen Vorgänger Mariano Rajoy am 1. Juni per Misstrauensvotum zu Fall gebracht und regiert nun mit einer parlamentarischen Minderheit. Torra trat sein Amt Mitte Mai an. Sein Vorgänger Carles Puigdemont war von Rajoy im Herbst 2017 nach dem umstrittenen Unabhängigkeitsreferendum vom 1. Oktober abgesetzt worden. Anschließend floh er nach Belgien.

Am 25. März wurde Puigdemont aufgrund eines europäischen Haftbefehls im deutschen Bundesland Schleswig-Holstein festgenommen. Die spanische Justiz wirft ihm unter anderem Rebellion und Untreue vor, dem 55-Jährigen drohen bis zu 30 Jahre Haft. Die deutsche Justiz muss noch entscheiden, ob er an Spanien ausgeliefert wird. (APA/dpa)