Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 08.08.2018


Bernhard Vogel

Einst Ministerpräsident, jetzt Tourismusbotschafter

In Niederthai gab es für den CDU-Altpolitiker Bernhard Vogel nicht nur anlässlich seines 85. Geburtstags einen landesüblichen Empfang.

© PloderBeim landesüblichen Empfang in Niederthai schritt Andreas Khol an der Seite seines Freundes Bernhard Vogel (v. l.) die Front ab.Foto: Ploder



Umhausen – Bernhard Vogel schrieb als einziger Ministerpräsident zweier deutscher Bundesländer (Rheinland-Pfalz von 1976 bis 1988 und Thüringen von 1992 bis 2003) Zeitgeschichte. Auch in anderen Bereichen erwies sich der CDU-Politiker als außergewöhnlich und konsequent. Davon profitiert auch seine „Urlaubsheimat“ Niederthai, die den Träger des Tiroler Adlerordens zum 85. Geburtstag mit einem landesüblichen Empfang ehrte. „Seit 56 Jahren verbringe ich immer im Juli und August einige Zeit in Niederthai, dazu auch im Winter und immer wieder zwischendurch“, versuchte Vogel die Frage nach der Anzahl seiner Aufenthalte zu beantworten. „In Summe sind es aber eher 70 als 60.“

Sein erster Besuch als Student erfolgte auf einer Wanderung von Kühtai aus. In Niederthai fand Vogel seine Urlaubsheimat und hat seither unter anderem alle Alpenvereinshütten im Ötztal besucht. Viele mit seinem langjährigen persönlichen Freund, dem Nationalratspräsidenten a. D. Andreas Khol. „Ich glaube, kaum ein Gast kennt so viele Wege und Steige im Ötztal wie Bernhard Vogel“, kommentierte dieser die Energie, mit welcher der Jubilar auch noch im hohen Alter die Bergwelt erkundet.

Vogel erwies sich stets auch als Tourismusbotschafter für Umhausen und das Ötztal. „Auch wenn die ,Vogelschar‘ in den letzten Jahren altersbedingt kleiner geworden ist“, bedauerte BM Jakob Wolf, „wie viele Menschen Bernhard Vogel für Umhausen und Niederthai begeistern konnte, ist geradezu unglaublich.“

Auch nach seiner aktiven Zeit bewahrte sich der ehemalige Ministerpräsident sein Interesse für die Politik, wobei er auch die Entwicklung in Österreich kritisch betrachtet. Aber: „Ich konnte in all den Jahren die enorm positive Entwicklung in Umhausen und Niederthai unmittelbar miterleben“, betonte der Geehrte in seiner Rede, „die Kommunen leisten hervorragende Arbeit, deshalb sollten sich Bund und Länder aus deren Angelegenheiten heraushalten – die Gemeinden können das besser.“ (tp)