Letztes Update am Mi, 09.01.2019 19:29

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

Angriff auf AfD-Politiker: Polizei widerspricht Angaben der Partei

Die rechtspopulistische AfD hatte berichtet, einer ihrer Abgeordneten sei mit einem Schlagholz attackiert und am Boden liegend gegen den Kopf getreten worden. Videos beweisen laut Staatsanwaltschaft nun, dass kein Schlagholz verwendet wurde. Der Mann wurde vielmehr von hinten angesprungen und stürzte.

An dieser Stelle wurde der AfD-Abgeordnete Frank Magnitz schwer verletzt.

© dpaAn dieser Stelle wurde der AfD-Abgeordnete Frank Magnitz schwer verletzt.



Berlin – Die AfD in Bremen hat ihre Darstellung des Angriffs auf den Bundestagsabgeordneten Frank Magnitz relativiert. „Mit dem jetzigen Wissen würden wir die Mitteilung etwas anders formulieren, aber sie entsprach dem Kenntnisstand kurz nach der Tat“, sagte AfD-Landesvize Thomas Jürgewitz den Zeitungen der Funke-Mediengruppe nach einer Mitteilung vom Mittwoch.

Der Begriff „Kantholz“ sei „von einem der Bauarbeiter genannt, der Mann ist aber bisher nicht wieder aufgetaucht“, sagte Jürgewitz.

Die Staatsanwaltschaft hatte nach der Auswertung von Videoaufnahmen die Darstellung zurückgewiesen, dass der Politiker mit einem „Kantholz“ bewusstlos geschlagen worden sei.

Jürgewitz verteidigte jedoch insgesamt die Mitteilung seiner Partei nach dem Angriff. Die AfD hatte nach dem gewaltsamen Übergriff auf Magnitz in Bremen zunächst in einer Pressemitteilung geschrieben, dass die Täter den AfD-Politiker mit einem „Kantholz“ bewusstlos geschlagen und seinen Kopf getreten hätten. Die Ermittlungen hätten aber mittlerweile ergeben, dass Magnitz von einem von insgesamt drei unbekannten Männern „von hinten angesprungen“ worden sei, teilte die Bremer Staatsanwaltschaft mit. Magnitz sei daraufhin zu Boden gestürzt. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung. Die Tat hatte international für Schlagzeilen gesorgt. Die AfD hatte auch Medien und politischen Gegner eine Mitschuld an dem Vorfall gegeben.

Zwei Tage nach dem Überfall hat der Politiker indes das Krankenhaus auf eigene Verantwortung verlassen. Frank Magnitz gehe es den Umständen entsprechend, hieß es. (APA/Reuters/dpa)