Letztes Update am Do, 04.04.2019 21:41

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


AKW

Slowakische Stromwerke: Bericht über Mochovce „Panikmache“

Die „Art“, in der die Umweltorganisation Global 2000 „in österreichischen Medien Panikmeldungen zu den neuen Blöcken in Mochovce verbreitet“, lehne man strikt ab.

Luftbildaufnahme des Atomkraftwerkes Mochovce in der Slowakei (Archivaufnahme).

© APALuftbildaufnahme des Atomkraftwerkes Mochovce in der Slowakei (Archivaufnahme).



Bratislava – Die Slowakischen Stromwerke (SE), Betreiber des Atomkraftwerks Mochovce, haben angebliche gravierende Sicherheitsmängel beim Bauprojekt Mochovce 3 entschieden bestritten.

Die „Art“, in der die Umweltorganisation Global 2000 „in österreichischen Medien Panikmeldungen zu den neuen Blöcken in Mochovce verbreitet“, lehne man strikt ab, hieß es in einer am Mittwochabend veröffentlichten Stellungnahme auf der Webseite des Energiekonzerns.

„Verbreitung von Angst und Panik“

Die Informationen von Global 2000 seien „irreführend, unwahr und deuten auf absolute Unkenntnis komplexer Projekte der Erhöhung seismischer Beständigkeit in gebauten und bestehenden Kernkrafteinrichtungen sowie auf gezielte Verbreitung von Angst und Panik unter Einwohnern Österreichs und der Slowakei“, hieß es vonseiten der SE.

Laut der Stellungnahme haben die Slowakischen Stromwerke während des Baus der Blöcke 3 und 4 ein Projekt zur Erhöhung seismischer Sicherheit realisiert. In dessen Rahmen wurden bei beiden Meilern über 60.000 Stahlplatten installiert, gemäß genauer Berechnungen. Das Ergebnis sei eine Erhöhung der Widerstandsfähigkeit beider Blöcke gegen jegliche Erdbeben, die in der betreffenden Region eventuell auftreten könnten. Internationale Standards auf diesem Gebiet seien übertroffen.

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In den vergangenen Wochen haben die SE auch gründliche Tests der Dichtheit der hermetischen Zone des Stromwerkes durchgeführt, „mit einem hervorragenden Ergebnis“, wie es hieß. Die von der slowakischen Atomaufsichtsbehörde festgesetzten Limits seien doppelt übertroffen. Alle Behauptungen über eine undichte und geschwächte hermetische Zone lehnen die SE daher „entschieden ab“.

Ziel von Global 2000 sei es lediglich die Inbetriebnahme des 3. und 4. Blocks des AKW Mochovce mit „jeglichen Mitteln“ zu stoppen, eingeschlossen der Schaffung von medialem Druck auf die österreichische Regierung. Dabei nutze die Umweltorganisation auch Mittel, die „an Verbreitung von Panikmeldungen grenzen“. Alle Forderungen und Vorschläge der Organisation halten die SE daher für zielgerichtet und lehnen diese ab.

Bisher keine politischen Reaktionen in der Slowakei

Politische Reaktionen zur Global 2000-Aussendung, die auf Berichten ehemaliger Arbeiter und Ingenieure am Bauprojekt basieren, gab es in der Slowakei vorerst nicht. Auch von Medien im Land wurde das Thema kaum bemerkt.

Global 2000 hatte unter Berufung auf Zeugenberichten von ehemaligen Arbeitern und Ingenieuren über gravierende Mängel am AKW Mochovce sowie grobe Bau- und Sicherheitsmängel berichtet. Die Sicherheitshülle des Reaktors sei beschädigt, hieß es. Auch von „absolut unzureichender“ Koordination der Bauausführung zwischen den verschiedenen beteiligten Firmen war die Rede.

Unterdessen forderte der SPÖ-Agrarsprecher Erwin Preiner am Donnerstag die österreichische Bundesregierung auf, auf EU-Ebene Klage gegen den Ausbau und den Betrieb von Mochovce einzubringen und einen sofortigen Baustopp zu erwirken. „Die Zeitbombe AKW Mochovce tickt“, so Preiner in einer Aussendung. (APA)