Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 14.04.2019


Migration

Vier Länder nehmen Bootsflüchtlinge auf

Die Brücke der „Alan Kurdi“: Das Schiff der Helfer durfte selbst nicht auf Malta anlegen.

© AFPDie Brücke der „Alan Kurdi“: Das Schiff der Helfer durfte selbst nicht auf Malta anlegen.



Frankreich, Deutschland, Luxemburg und Portugal: Das sind jene vier Länder, die bereit sind, die 62 Flüchtlinge vom Rettungsschiff „Alan Kurdi" aufzunehmen. Die Helfer hatten die Menschen am 3. Juli vor Libyen gerettet. Die „Alan Kurdi" ist für die deutsche Hilfsorganisation Sea-Eye unterwegs.

Gestern erschwerte noch das Wetter den Abschluss der Aktion und die Landung der Migranten in Malta. Die maltesischen Behörden ersuchten die Besatzung des Schiffes, einen geschützten Ort anzusteuern. Dies sollte den Einstieg der Migranten in ein Schiff erleichtern, das sie in die maltesische Hauptstadt Valletta brachte; die „Alan Kurdi" hatte keine Genehmigung, an der Mittelmeerinsel anzulegen.

Die maltesische Regierung verband die Mitteilung über das weitere Schicksal der 62 Menschen aus Benin, Ghana, Elfenbeinküste, Nigeria und Senegal mit einem Appell an Hilfsorganisationen, internationale Regeln zu respektieren. „Wieder einmal war das kleinste unter den EU-Ländern sinnlosem Druck zur Lösung eines Falls ausgesetzt, der weder in seiner Verantwortung noch in seiner Kompetenz liegt. Es wurde eine Lösung gefunden, um zu verhindern, dass sich die Lage noch mehr verschlechtert. Malta kann diese Last nicht mehr tragen", hieß es in einer Pressemitteilung.

Zustimmung für Malta kam umgehend vom italienischen Innenminister Matteo Salvini. „Wir bekräftigen, dass NGOs nicht über dem Gesetz stehen. Malta und Italien haben dies als Erste festgestellt, jetzt begreift dies auch Europa", sagte er. (APA, dpa)