Letztes Update am Mo, 20.05.2019 11:04

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


WikiLeaks

Schwedische Justiz beantragte Haftbefehl gegen Wikileaks-Gründer Assange

Wenn das Bezirksgericht von Uppsala den Weg dafür freimacht, will die schwedische Staatsanwaltschaft einen europäischen Haftbefehl ausstellen, um die Auslieferung Assanges an Schweden zu erreichen. Die britische Justiz muss sich nun zwischen einer Auslieferung an Schweden oder die USA entscheiden.

Julian Assange.

© AFPJulian Assange.



Stockholm – Die in dem Fall tätige schwedische Staatsanwaltschaft hat Haftbefehl gegen den WikiLeaks-Gründer Julian Assange wegen des Verdachts der Vergewaltigung beantragt. Wenn das Bezirksgericht von Uppsala den Weg dafür freimacht, will sie einen europäischen Haftbefehl ausstellen, um die Auslieferung Assanges an Schweden zu erreichen, teilte die Vize-Direktorin der Strafverfolgung, Eva-Marie Persson, mit.

Wann das Gericht über den Antrag entscheidet, war zunächst unklar. Perssons Behörde hatte ihre Voruntersuchungen gegen Assange vor einer Woche wieder aufgenommen. Dem 47-Jährigen wird vorgeworfen, 2010 eine Frau in Schweden vergewaltigt zu haben. Er hat das stets bestritten. Andere Vorwürfe sind inzwischen verjährt. Die schwedische Staatsanwaltschaft hatte die Ermittlungen 2017 eingestellt, weil es ihr nicht gelungen war, Assange ausführlich zu verhören. Die Schuldfrage blieb aber ungeklärt.

Assange ist, nachdem er jahrelang in der Botschaft Ecuadors in London lebte, wo er Asyl erhalten hatte, in Großbritannien wegen Verstoßes gegen Kautionsauflagen zu 50 Wochen Haft verurteilt worden. Die USA, die ihm Verschwörung mit der Whistleblowerin Chelsea Manning vorwerfen, stellten offiziell einen Auslieferungsantrag. Sollte dieser Antrag in Konkurrenz zu einem schwedischen europäischen Haftbefehl stehen, müssten die britischen Behörden entscheiden, welcher der beiden Punkte wichtiger sei, erklärte Persson am Montag. WikiLeaks hatte mit der Veröffentlichung von Geheimdokumenten zu den Kriegen im Irak und Afghanistan sowie der Publikation Zehntausender US-Diplomatendepeschen den Zorn Washingtons auf sich gezogen. (APA/dpa)


Mehr Artikel aus dieser Kategorie

Die designierte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vor dem EU-Parlament.Vor Abstimmung
Vor Abstimmung

Von der Leyen stellt sich EU-Parlament vor: „Lang lebe Europa“

Die designierte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen versucht auf den letzten Metern noch Überzeugungsarbeit im EU-Parlament zu leisten. Am Abend soll s ...

Die designierte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.Vor Abstimmung
Vor Abstimmung

Alles auf eine Karte: Von der Leyen schärft Profil und tritt zurück

Die designierte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ringt vor der Abstimmung am Dienstag um eine Mehrheit im EU-Parlament. Mit Zusagen zum Klimasc ...

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).Deutschland
Deutschland

Sprecher über Merkels Kurzatmigkeit: Kanzlerin sei Treppe hinaufgelaufen

Über den Gesundheitszustand von Angela Merkel wird seit Wochen spekuliert, nachdem sie bei drei öffentlichen Auftritten stark gezittert hatte. Am Sonntag hat ...

Der deutsche Verkehrsminister Andreas Scheuer.Deutschland
Deutschland

Scheuer hält Maut-Verträge geheim: Grüne klagen auf Herausgabe

Nachdem der EuGH die deutsche Ausländermaut gekippt hatte, hält Verkehrsminister Andreas Scheuer die Verträge weiter unter Verschluss. Es wird vermutet, dass ...

Carola Rackete.Libyen
Libyen

Rackete: „Wir müssen Migranten aus libyschen Lagern nach Europa holen“

Eine halbe Million Menschen müsse gerettet werden: Europa habe eine historische Verantwortung gegenüber den Flüchtlingen in Libyen, so die Sea-Watch-Kapitäni ...

Weitere Artikel aus der Kategorie »