Letztes Update am Fr, 28.06.2019 13:54

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Italien

Vier Länder nehmen Flüchtlinge auf, „Sea-Watch“-Kapitänin droht Strafe

Deutschland, Frankreich, Italien und Portugal haben sich zur Aufnahme von Migranten, die noch immer auf der „Sea-Watch“ ausharren bereit erklärt. Gegen Kapitänin Carola Rackete wurden Ermittlungen eingeleitet.

Ein 19-Jähriger mit starken Schmerzen und sein minderjähriger Bruder durften die "Sea-Watch 3" bereits in der Nacht auf Freitag verlassen.

© Sea WatchEin 19-Jähriger mit starken Schmerzen und sein minderjähriger Bruder durften die "Sea-Watch 3" bereits in der Nacht auf Freitag verlassen.



Rom – Die Staatsanwaltschaft der sizilianischen Stadt Agrigent hat Ermittlungen gegen die deutsche Kapitänin des Rettungsschiffes „Sea-Watch 3“, Carola Rackete, aufgenommen. Der Vorwurf lautet auf Beihilfe zur illegalen Einwanderung und Verletzung des Seerechts, berichteten italienische Medien. Die Kapitänin hatte das Schiff mit 42 Migranten an Bord trotz italienischen Verbots vor Lampedusa geführt.

Die Kapitänin berichtete, dass die Lage an Bord sehr schwierig sei. Sie fürchte, dass die schwer belasteten Menschen an Bord sich selbst verletzen könnten, um zu bewirken, auf Lampedusa medizinisch versorgt zu werden. Wasser und Lebensmittel an Bord seien zwar knapp, problematischer sei jedoch die psychologische Lage der Migranten, sagte Rackete im Gespräch per Skype mit ausländischen Journalisten in Rom am Freitag.

Vier Länder haben sich indes zur Aufnahme der Migranten der „Sea-Watch 3“ bereit erklärt, verlautete es aus dem italienischen Außenministerium. Dabei handle es sich um Frankreich, Deutschland, Luxemburg und Portugal. Auch weitere Länder seien zur Migrantenaufnahme bereit, hieß es in Rom. Die Suche nach EU-Ländern, die sich an der Umverteilung der „Sea-Watch-3“-Migranten beteiligen wollten, erfolgte unter Regie der EU-Kommission, hieß es.

Die italienische Regierung hatte vor zwei Wochen ein umstrittenes Sicherheitsdekret beschlossen, wonach Kapitäne, Eigentümer und Betreiber von Flüchtlingsschiffen mit bis zu 50.000 Euro Strafe sowie der strafrechtlichen Verfolgung wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung sowie mit Beschlagnahme der Schiffe rechnen müssen, wenn für die Einfahrt in die italienischen Hoheitsgewässer keine Genehmigung vorliegt. (APA)


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