Letztes Update am Fr, 04.10.2019 12:44

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EU

Griechenland verschärft Asylverfahren – wer nicht kooperiert, geht

Die Regierung in Athen verschärft die Asylverfahren im Land. Regierungschef Mitsotakis droht zudem mit geschlossenen Abschiebelagern.

In den Registrierlagern der griechischen Inseln im Osten der Ägäis harren zurzeit mehr als 30.000 Migranten aus.

© AFPIn den Registrierlagern der griechischen Inseln im Osten der Ägäis harren zurzeit mehr als 30.000 Migranten aus.



Athen – Griechenland wird mit einem neuen Gesetz das Asylverfahren beschleunigen und nicht kooperierende Migranten ausweisen. Dies kündigte der Regierungschef Kyriakos Mitsotakis im Parlament in Athen am Freitag mit.

„Die Weigerung zu kooperieren wird künftig Konsequenzen haben“, sagte Mitsotakis. Das gelte auch für Migranten, die sich weigerten, von einem Flüchtlingslager zu einem anderen gebracht zu werden, oder die zu Gesprächen in Zusammenhang mit ihrem Asylantrag nicht erschienen. Wer nicht kooperiere, solle in geschlossen Abschiebelagern interniert werden, teilte Mitsotakis mit.

Am Freitagnachmittag wollte sich der deutsche Innenminister Horst Seehofer in Athen ein Bild von der Lage machen und ausloten, wie Deutschland den Griechen helfen könnte.

Griechenland hofft laut Mitsotakis, die Lage in den überfüllten Registrierlagern auf den Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos zu entschärfen. Bis Ende 2020 sollen mehr als 10.000 Migranten, die kein Bleiberecht haben, aus den Inseln in die Türkei zurückgeschickt werden. 20.000 Migranten, die Bleiberecht bekommen, sollen zum Festland gebracht und in Wohnungen in allen Regionen des Landes untergebracht werden.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

In den Registrierlagern der griechischen Inseln im Osten der Ägäis harren zurzeit mehr als 30.000 Migranten aus. Seit Wochen setzen täglich Hunderte neue Migranten aus der Türkei über. Die Lager können aber nicht mehr als 7000 Menschen aufnehmen. (dpa)