Letztes Update am Do, 29.01.2015 14:30

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

Weg von Islamkritik: Pegida-Aussteiger wollen eigenes Bündnis

Die Ex-Organisatoren rund um Sprecherin Kathrin Oertel wollen eine neue Bewegung gründen. Sie soll sich um direkte Demokratie, nicht mehr um Islamkritik drehen.

Die ehemalige "Pegida"-Frontfrau Kathrin Oertel.

© REUTERSDie ehemalige "Pegida"-Frontfrau Kathrin Oertel.



Dresden – Die abtrünnigen Pegida-Organisatoren um Ex-Sprecherin Kathrin Oertel wollen ein eigenes Bündnis gründen. „Wir haben beschlossen, weiter zu machen“, sagte der ehemalige Pegida-Mitorganisator Bernd-Volker Lincke am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Er bestätigte damit einen Bericht der „Sächsischen Zeitung“.

Im Vordergrund solle künftig das Thema direkte Demokratie und eine stärkere Bürgerbeteiligung stehen, sagte Lincke. Nach Informationen der Zeitung plant die Gruppe um Oertel die Gründung eines neuen Vereins, im Gespräch sei die Bezeichnung „Bewegung für direkte Demokratie in Europa“. Die Asylpolitik solle offenbar nicht mehr Hauptthema sein. Die ehemaligen Pegida-Mitstreiter wollten sich politisch näher Richtung CDU orientieren, hieß es weiter.

Lincke bestätigte Informationen der Zeitung, wonach das neue Bündnis am 9. Februar eine eigene Kundgebung plane. Eine Veranstaltung sei angemeldet worden, sagte er. Auch Pegida hat für diesen Tag wieder zu einer Demonstration aufgerufen.

Pegida zerfällt nach „Affäre Bachmann“

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass fünf Pegida-Organisatoren um Sprecherin Oertel ihre Ämter niedergelegt haben. Hintergrund soll vor allem die Rolle des Gründers Lutz Bachmann sein, der sich bereits vergangene Woche wegen eines Fotos von ihm in Hitler-Pose und ausländerfeindlicher Äußerungen im Internet zurückgezogen hatte.

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Das nun ebenfalls zurückgetretene Pegida-Mitglied Rene Jahn begründete die Führungskrise laut Presseberichten unter anderem damit, dass Bachmann im Organisationsteam verbleiben wollte. Auch gab es offenbar Differenzen zum Umgang mit dem deutlich radikaleren Leipziger Ableger Legida.

Die ursprünglich für kommenden Montag in Dresden geplante Pegida-Demonstration wurde abgesagt. Auf seiner Facebook-Seite teilte der Pegida-Verein mit, dass bis zu nächsten Demonstration am 9. Februar ein neuer Vorstand gewählt werden soll. (APA/AFP)