Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 03.12.2016


Innenpolitik

Gegensätzlicher geht’s nicht

Knapp elf Monate dauerte dieser Hofburg-Wahlkampf. Im vierten Anlauf wird morgen zwischen

FPÖ-Kandidat Norbert Hofer und dem von den Grünen unterstützen Alexander Van der Bellen entschieden.

Alexander Van der Bellen (li.) und Norbert Hofer.

© ReutersAlexander Van der Bellen (li.) und Norbert Hofer.



Von Cornelia Ritzer

Wien – Rekordverdächtige elf Monate dauerte dieser Wahlkampf: mit erstem Wahlgang im April, der erfolgreiche Stichwahl-Anfechtung durch die FPÖ im Juli sowie der Verschiebung wegen defekter Wahlkuverts. Morgen geht dieser fast ein Jahr dauernde Wahlkampf zu Ende, morgen wählen die Österreicher – voraussichtlich – einen neuen Bundespräsidenten. Mit Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen stehen sich erstmals zwei Hofburg-Kandidaten gegenüber, die keiner Regierungspartei angehören. Und die kaum unterschiedlicher sein könnten. Hofer ist Dritter Nationalratspräsident und stellvertretender Parteichef der FPÖ, der langjährige Grünen-Bundessprecher Van der Bellen tritt als unabhängiger Kandidat an. Der Burgenländer Hofer arbeitete vor seiner Polit-Karriere als Flugtechniker, der in Tirol aufgewachsene Van der Bellen war Wirtschaftsprofessor an der Uni Wien, bevor er Parteichef der Grünen wurde. So verschieden die Lebensläufe des 45-Jährigen und des 72-Jährigen sind, so konträr sind auch ihre Positionen.