Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 06.02.2017


Exklusiv

Breite Schutzmaßnahmen für Kanzleramt und Hofburg

1,4 Meter hohe Granitblöcke und Poller sollen Regierungsviertel vor Angriffen schützen. Ballhausplatz wird für Individualverkehr gesperrt.

Im Sommer werden vor dem Kanzleramt und der Hofburg großräumige Schutzvorrichtungen angebracht.

© APA/GEORG HOCHMUTHIm Sommer werden vor dem Kanzleramt und der Hofburg großräumige Schutzvorrichtungen angebracht.



Von Michael Sprenger

Wien – In der Vorwoche gab es ein Treffen zwischen Mitarbeitern des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, Innenministerium, Burghauptmannschaft und Stadt Wien. Es ging dabei um Schutzmaßnahmen für das Regierungsviertel rund um den Ballhausplatz. Die Pläne liegen auf dem Tisch. Mit Betonblöcken und 1,40 m hohen Granitquadern sollen in einem Halbrund das Bundeskanzleramt und die Hofburg vor Angriffen mit schweren Fahrzeugen geschützt werden. „Laut den vorliegenden Plänen mutet dies wie eine meterlange, hüfthohe Mauer an“, hieß es aus dem Rathaus gegenüber der Tiroler Tageszeitung. Zudem werden hinter dem Burgtheater (Zufahrt zum Ballhausplatz) und am Minoritenplatz (Bildungsministerium sowie Außenministerium) versenkbare Poller montiert werden.

Damit wird der Ballhausplatz künftig für den individuellen Autoverkehr gesperrt werden. Lediglich Fußgänger und Radfahrer sollen dort noch unterwegs sein können.

Sind diese Maßnahmen eine Folge der Lkw-Terroranschläge in Berlin und in Nizza? „Nein, diese Schutzmaßnahmen sind schon länger geplant und haben nichts mit einer aktuellen Bedrohung zu tun“, sagte Peter Gridling, Direktor des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung.

Der Baubeginn in den Sommermonaten hat aber sehr wohl einen sicherheitspolitischen Hintergrund. Ist doch die Hofburg Schauplatz der Konferenzen während des EU-Vorsitzes von Österreich im kommenden Jahr.

„Die Schutzmaßnahmen werden vom Innenministerium veranlasst“, erklärte hierzu Karl-Heinz Grundböck, Sprecher des Ministeriums. Er verwies darauf, dass bei der Herrengasse (Sitz des Innenministeriums) bereits Poller und Granitquader errichtet worden sind.

Aufgrund der Sanierung des Parlaments werden ab kommendem Sommer die Parlamentsklubs und die Mitarbeiter des Parlaments in Pavillons auf dem Heldenplatz übersiedeln. Deshalb wird auch überlegt, ob nicht auch für den Heldenplatz Schutzmaßnahmen benötigt werden. Doch hierfür liegt noch keine Entscheidung vor.

In der Herrengasse (Ecke Figlgasse) wurden bereits Granitquader und Poller angebracht.
In der Herrengasse (Ecke Figlgasse) wurden bereits Granitquader und Poller angebracht.
- subpress

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