Letztes Update am Do, 08.06.2017 11:54

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Neuwahl

TV-Marathon vor Neuwahl: 30 Konfrontationen stehen an

Die Spitzenkandidaten der Parlamentsparteien können sich auf einen heißen TV-Sommer einstellen: Um die 30 Konfrontationen sind geplant, dazu kommen „Sommergesrpräche“ und „Pressestunden“. Ein Novum werden Dreier-Konfrontationen der Kanzleramts-Anwärter sein.

„Im Zentrum“-Moderatorin Claudia Reiterer wird die TV-Duelle im ORF abwechselnd mit ihrem Kollegen Tarek Leitner moderieren.

© ORF„Im Zentrum“-Moderatorin Claudia Reiterer wird die TV-Duelle im ORF abwechselnd mit ihrem Kollegen Tarek Leitner moderieren.



Wien – Die Nationalratswahl 2017 dürfte einmal mehr im Fernsehen entschieden werden. Den Spitzenkandidaten der Parlamentsparteien steht bis zur Wahl am 15. Oktober jedenfalls ein TV-Marathon bevor. Um die 30 Konfrontationen – von Zweierduellen über Elefantenrunden bis hin zum Novum einer Dreier-Runde – planen der öffentlich-rechtliche ORF sowie die Privatsender Puls 4 und ATV.

Dazu kommen je sechs „Sommergespräche“ in ORF und auf Puls 4, sechs ORF-“Pressestunden“, vier „im Zentrum spezial“-Ausgaben sowie weitere Einzelinterviews und Sonderformate auf den verschiedenen Sendern. „Das Fernsehen wird das dominante und entscheidende Medium im Wahlkampf sein“, ist der Meinungsforscher und Politikexperte Wolfgang Bachmayer denn auch überzeugt.

Sommergespräche machen den Anfang

Den Anfang macht der Privatsender Puls 4, der von 26. Juni bis 24. Juli eigene „Sommergespräche“ mit den Parteichefs ausstrahlt. Der ORF startet seine „Sommergespräche“ am 31. Juli mit Frank Stronach. Danach folgen jeweils montags um 21.05 Uhr die Parteichefs von NEOS, Grünen, FPÖ, ÖVP und SPÖ. Die Moderation übernimmt heuer „Zeit im Bild“-Moderator Tarek Leitner.

Die TV-Duelle zur Wahl startet der ORF am 17. September mit einer Runde der nicht im Parlament vertretenen wahlwerbenden Gruppierungen. Danach folgen ab 19. September 15 TV-Duelle „jeder gegen jeden“ der im Parlament vertretenen Parteien. Dienstags und donnerstags gibt es im ORF 2-Hauptabend jeweils zwei aufeinanderfolgende 45-Minuten-Diskussionen, die abwechselnd von Tarek Leitner und „im Zentrum“-Moderatorin Claudia Reiterer geleitet werden. Die TV-Duelle jener Parteien, die Anspruch auf den Kanzlerposten erheben, stehen am Ende der Zweier-Konfrontationen: Christian Kern (SPÖ) gegen Heinz-Christian Strache (FPÖ) am 9. Oktober, Sebastian Kurz (ÖVP) gegen Strache am 10. Oktober, Kern gegen Kurz am 11. Oktober. Am 12. Oktober gibt es zum Abschluss noch eine „Elefantenrunde“ im ORF.

Puls 4 verzichtet auf Team Stronach

Der Privatsender Puls 4 startet die heiße Wahlkampfphase am 3. September mit einer „Elefantenrunde“ aller Spitzenkandidaten. Danach folgen an fünf Montagen zehn Duelle, wobei Puls 4 – anders als der öffentlich-rechtliche ORF – auf die Teilnahme des Team Stronach, dem derzeit nur marginale Chancen auf einen Wiedereinzug in den Nationalrat gegeben werden, verzichtet. Die „Elefantenrunde“ auf ATV findet am 1. Oktober statt. Daneben bringt der inzwischen zur Puls 4-Gruppe zählende Sender eine Reihe von „Klartext“-Ausgaben mit Einzelgesprächen mit den Spitzenkandidaten.

Auch ein Novum gibt es in diesem langen TV-Wahlkampf. Puls 4 und ATV planen für 8. Oktober, also eine Woche vor der Wahl, erstmals eine Dreier-Runde mit jenen Parteien, die sich im Kanzlerrennen sehen. Unter der Moderation von Puls 4-Infochefin Corinna Milborn und ATV-“Klartext“-Moderator Martin Thür werden Kern, Kurz und Strache zur Kanzlerkonfrontation geladen.

Meinungsforscher Bachmayer erwartet trotz des Overkill an politischen News wegen der Neuigkeitseffekte und neuen Gesichter bei dieser Wahl großes Interesse an den Wahlsendungen. „Kurz kann mit diesen Wahldebatten erstmals als Kanzlerkandidat kennengelernt werden“, so Bachmayer. Insbesondere für das „Flaggschiff ORF“ aber auch für die Dreier-Konfrontation auf Puls 4 prognostiziert Bachmayer sehr gute Einschaltzahlen. „Das könnte höher gehen als die Elefantenrunden.“ (APA)


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