Letztes Update am Mi, 03.01.2018 11:36

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Österreich

Bundesheer soll Millionen für Microsoft-Lizenzen nachgezahlt haben

Microsoft-Raubkopien auf Bundesheer-Computern? Das Verteidigungsministerium dementiert einen entsprechenden Bericht des „Dossier“ und betont, dass „die Lizenzierung gemäß Vereinbarung mit Microsoft ordnungsgemäß erfolgte“.

© APASymbolbild.



Wien – Das Bundesheer soll laut einem Bericht der Rechercheplattform „Dossier“ jahrelang Microsoft-Software ohne Lizenz verwendet und deshalb 3,8 Millionen Euro nachgezahlt haben.

Laut dem „Dossier“-Bericht erhielt das Heer 2007 ein E-Mail der Firma Microsoft, wonach das Ressort tausende unlizenzierte Arbeitsplätze mit Microsoft-Betriebssystemen und Office-Paketen betreibe und nur 9000 gültige Lizenzen für rund 17.000 Arbeitsplätze besitze. Das Unternehmen soll dann für einen Fünfjahresvertrag rund zwölf Millionen Euro verlangt haben – inklusive 3,8 Millionen Euro Nachzahlung für unlizenzierte Arbeitsplätze.

Ministerium betont korrekten Ablauf

Im Ministerium versteht man die Aufregung nicht. In einer schriftlichen Stellungnahme wird betont, dass der Ablauf bei den Lizenzverträgen korrekt und vorschriftsmäßig sei, was auch im Rahmen von Audits der Hersteller überprüft werde. „Der Vorwurf des Einsatzes von Raubkopien und der massiven Unterlizenzierung kann (...) nicht nachvollzogen werden.“

Das Verteidigungsressort habe bis 2007 einen Lizenzvertrag mit Microsoft über Bundesbeschaffungs GmbH-Vertragspartner gehabt, der das Betriebssystem, Office-Anwendungen und Serverlizenzen beinhaltete. Dieser Vertrag sah laut Ministerium eine „periodische Anpassung an den sich ändernden Bedarf“ vor, am Ende jedes Vertragszeitraums wurden demnach im Zuge von „True-ups“ zusätzliche Lizenzen verrechnet.

„Alle Maßnahmen im Sinne der Lizenzbestimmungen erfolgt“

„Aus Kostengründen im Zuge der damals strengen notwendigen Einsparungen wurde dieser Vertrag 2007 beendet und abgerechnet, Lizenzen waren dafür anzukaufen.“ Alle Maßnahmen seien im Rahmen der Lizenzbestimmungen erfolgt und das Ministerium habe das damalige Vertragskonstrukt in Abstimmung mit Microsoft eingehalten, heißt es in der Stellungnahme. Ein 2015 abgeschlossenes Audit der Firma bestätige dies.

Details über die Vertragskonditionen gab das Ministerium freilich nicht bekannt – mit der Begründung, dies dürfe man aufgrund einer entsprechenden Vertragsklausel nicht. (APA)


Mehr Artikel aus dieser Kategorie

Innenpolitik-Blog
Innenpolitik-Blog

Kickl bekräftigt Skepsis gegenüber UNO-Migrationspakt

Seit Dezember 2017 ist in Österreich eine schwarz-blaue Bundesregierung unter der Führung von Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Heinz-Christian St ...

„Pressestunde“
„Pressestunde“

Köstinger: Aus für Vignettenpflicht bei E-Autos ist Überlegung wert

Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) sieht ihre Hauptaufgabe im Klimaschutz. Im Bereich Verkehr müssen die meisten Emissionen eingespart werden, so Kös ...

Exklusiv
Exklusiv

Bildungsminister Faßmann: „Falsche Dämonisierung der Noten“

Bildungsminister Heinz Faßmann verteidigt die geplanten Schul- reformen. In Sachen Studien- gebühren bleibt er vorsichtig.

Innenpolitik
Innenpolitik

Streit um Boulevardblätter in Wien: Ludwigs Flucht nach vorn

Wiens SPÖ-Bürgermeister hat den Medien neue „Spielregeln“ angekündigt. Im Hintergrund tobt ein Streit der Boulevardblätter.

Jahrestag der Nationalratswahl
Jahrestag der Nationalratswahl

Kurz kündigt bis Jahresende Lösung zur Pflege an

Gut ein Jahr nach der Nationalratswahl, bei der die ÖVP das Kanzleramt zurückerobert hat, hielt Regierungschef Sebastian Kurz am Samstag eine Rede mit Bilanz ...

Weitere Artikel aus der Kategorie »