Letztes Update am Mi, 10.01.2018 13:59

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Neue Regierung

Familienbonus: Bis zu 1500 Euro weniger Steuern pro Kind

Familien, die Einkommenssteuer bezahlen, sollen ab 2019 pro Kind bis zum Alter von 18 Jahren eine Steuergutschrift von 1500 Euro im Jahr bekommen. Vorgesehen ist, dass ab einem Einkommen von 1700 Euro der Bonus voll ausgeschöpft werden kann.

© APA/Roland SchlagerKanzler Sebastian Kurz und Vizekanzler Heinz-Christian Strache präsentierten nach dem Ministerrat den "Familienbonus Plus".



Wien – Der Ministerrat hat am Mittwoch den „Familienbonus Plus“ beschlossen. Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) haben vorgerechnet, wieviel Steuern Familien – und auch Alleinerziehende – in Zukunft sparen sollen. In Kraft treten sollen die Maßnahmen per 1. Jänner 2019.

Der „Familienbonus Plus“ ist ein Absetzbetrag in der Höhe von 1500 Euro pro Kind und Jahr, das bedeute, die Steuerlast wird um bis zu 1500 Euro reduziert. Dieser stehe bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres zu, sofern Anspruch auf Familienbeihilfe besteht und das Kind in Österreich lebt. Für volljährige Kinder, für die Familienbeihilfe bezogen wird, soll der Anspruch auf einen Bonus in der Höhe eines Absetzbetrages von 500 Euro bestehen. In einem Haushalt kann der Absetzbetrag wahlweise von einem Partner in Anspruch genommen werden oder auf beide Partner verteilt werden.

Bonus ab 1700 Euro voll ausschöpfen

Der Kanzler nannte im Pressefoyer für das Modell mehrere Beispiele. Demnach werden mit einem Bruttoeinkommen bis 1700 Euro künftig keine Steuern gezahlt. Familien mit zwei Kindern und einem Einzeleinkommen von 2300 Euro brutto erspart sich 3000 Euro Steuerlast und damit 100 Prozent. Bei 2500 Euro spart man sich rund 80 Prozent der Steuerlast und bei 3000 Euro 55 Prozent.

Für getrennt lebende Eltern, die Unterhalt leisten, soll der Familienbonus nach der gegenwärtigen Regelung des Kinderfreibetrages auf beide Eltern aufgeteilt werden, mit dem Ziel, „die Bedürfnisse des Kindes bestmöglich abzudecken“, heißt es in der Ministerratsvorlage. Der Bonus sei nicht negativsteuerfähig.

Der derzeitige Kinderfreibetrag und die steuerliche Abzugsfähigkeit der Kinderbetreuungskosten bis zum zehnten Lebensjahr sollen zur Vereinfachung zur Gänze entfallen. Um auch geringverdienende Alleinerzieher, die keine Einkommenssteuern bezahlen, zu berücksichtigen, ist ein höherer Alleinerzieherabsetzbetrag und ein höherer Alleinverdienerabsetzbetrag geplant. Die konkrete Höhe ist noch nicht bekannt.

Kurz: „Niemand steigt schlechter aus“

Kurz betonte nach der Sitzung des Ministerrats, dass „niemand schlechter aussteigt“. Bis 24-Jährige werden besser aussteigen als in der Vergangenheit, die Schwerpunktsetzung gelte aber Eltern, die arbeiten gehen und Kinder bis 18 Jahre haben, so der Kanzler. Was getrennt lebende Eltern betrifft, müssen noch einige Gesetze angepasst werden, unter anderem das Unterhaltsrecht, dafür brauche es noch Zeit. Zugutekommen sollen die Maßnahmen „vor allem diejenigen, die das Kind erziehen“ und wo es wohnt.

Vizekanzler Strache erklärte, dass mit dem Familienbonus ein „zentrales Wahlversprechen“ eingelöst werde. „Wir wollen österreichische Familien entlasten und kein Förderprogramm für Groß-Zuwandererfamilien.“ Das Modell sei daher auf jene abgestellt, die hier arbeiten: „Das ist fair und sozial gerecht.“ (APA, TT.com)