Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 01.05.2018


Österreich

FPÖ bei Gedenken in Mauthausen unerwünscht

Überlebende und tausende Besucher nahmen an der internationalen Gedenkfeier teil.

© BKAÜberlebende und tausende Besucher nahmen an der internationalen Gedenkfeier teil.



Beim Gedenken an die Befreiung des KZs 1945 am 6. Mai in Mauthausen sind FPÖ-Politiker unerwünscht. Denn für die Organisatoren wäre ein Auftritt von blauen Politikern eine „erneute Demütigung" der Überlebenden. Schon in den 1960er-Jahren einigten sich die KZ-Überlebenden darauf, dass „keine Funktionäre oder Mandatsträger der FPÖ" je an den Gedenkfeierlichkeiten teilnehmen dürfen. Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeind­e (IKG), Oskar Deutsch, begrüßt diese rigide Einladungspolitik.

Die FPÖ bedauert, dass ihre Politiker beim Gedenken an die Befreiung des Konzentrationslagers nicht erwünscht sind. Generalsekretär Harald Vilimsky tritt für eine „weltoffene Bewusstseins- und Gedenkkultur" ein und meinte, ein „Gedenken ohne Parteipolitik wäre angebracht".

Vilimsky stellte fest: „Ein solch wichtiges Gedenken auf österreichischem Boden sollte fern von parteipolitischem Kalkül stehen." Der Vorsitzende des Mauthausen-Komitees, Willi Merny­i, tue „sich hier selbst nichts Gutes, geschweige denn den Opfern und deren Nachfahren". (TT)

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